Ausstellung über alte Tankstellen im Freilichtmuseum Lindlar

Freilichtmuseum Lindlar : Ausstellung zeigt Charme von alten Tankstellen

Eine nostalgische Reise in die Welt der Tankstellen bietet das Freilichtmuseum in Lindlar.

Es gibt sie noch, die Tankstationen einer unbeschwerten mobilen Zeit. Getankt wird dort längst nicht mehr. Dafür haben sich zahlreiche andere Nutzungen gefunden – Autowerkstätten, Imbisse, Geschäfte, Wohnen. Oder die Gelände liegen brach. Der Kölner Fotograf Joachim Gies ist knapp 13.000 Kilometer gefahren, um in Nordrhein-Westfalen ausgediente Tankstellen zu fotografieren, die einen neuen Zweck gefunden, ihre Charakteristik aber bewahrt haben.

Die Abschlussarbeit seines Fotografiestudiums an der Fachhochschule Dortmund mündete in dem Bildband [ABGETANKT]. Darin zeigt er mit etwa 60 hochwertigen Fotografien beispielhaft den Zustand ausgedienter Tankstellen im Ruhrgebiet, im Sauerland, im Bergischen Land sowie im Rheinland. Eine Auswahl dieser Bilder zeigt nun das LVR-Freilichtmuseum Lindlar bis zum 15. September in der Zehntscheune Groß Eigen. Nach der Stilllegung werden Tankstellen oftmals anders genutzt, manchmal auch nur vorübergehend.

Gies hat sein Buch in insgesamt vier Kapitel gegliedert. „Essen-Trinken“ zeigt Imbisse und Getränkeshops in alten Tankstellen, „Auto-Mobil“ handelt von Werkstätten, Gebrauchtwagen und Reifenhandel auf den Geländen, in „Quer-Beet“ finden sich unter anderem ein Reisebüro, ein Friseursalon, eine Autobahnkapelle und Wohnungen in den Gebäuden der aufgegebenen Stationen. „Leer-Stand“ schließlich erfasst die Gelände, die verfallen. Einige von ihnen sind bereits Geschichte. Sie wurden nach der Fertigstellung von Gies‘ Bachelor-Arbeit abgerissen.

250 Adressen fuhr der Fotograf nach seiner Recherche an und fand immer weitere Tankstellen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Für seine meisterhaften Bilder sowie die Präsentation als Buch und die begleitende schriftliche Dokumentation bekam er die Note 1 von der Prüfkomission der FH Dortmund.

(s-g)
Mehr von RP ONLINE