Ausstellung mit Eisenskulpturen in Radevormwald

Ausstellung in Radevormwald: Skulpturen ohne Grenzen im Radevormwalder Gotteshaus

Bis zum 10. November stehen Eisenskulpturen von Abraham David Christian in der reformierten Kirche. Ihre Sprache ist weltweit verständlich.

Die sechs Eisenskulpturen des Künstlers Abraham David Christian sind in der reformierten Kirche, in der Stadtmitte Radevormwalds, angekommen. Fünf von ihnen stehen in einem Kreis angeordnet vor dem Altar, eine empfängt den Kirchenbesucher im Eingangsbereich.

Die Skulpturen ruhen in sich, sind präsent und erinnern an Schachfiguren, oder doch an aufeinandergestapelte Steine? Vielleicht aber auch an die Biografie eines Menschen, die sich mal auf ein kleines, mal auf ein breites Fundament stützt, sich finden muss und nach Phasen der Besinnung wieder neu ausschlägt. Die Kunst von Abraham David Christian tritt mit jedem Betrachter in einen individuellen Dialog und aus diesem Grund stehen die Skulpturen in der reformierten Kirche gut.

Der Journalist Jörg Jung hat sich als Kurator und Vertrauter des Künstlers um die Anordnung der Objekte im Kirchenschiff gekümmert und lässt jede Form der Interpretation zu. „Jede Kultur, jeder Mensch kann etwas mit diesen ursprünglichen Formen anfangen und stellt einen eigenen Bezug her. Diese Sprache ist auf allen Kontinenten zu verstehen“, sagt er.

Dass die Kunst von Abraham David Christian ihren Weg nach Rade gefunden hat, ist Bernd Freudenberg zu verdanken, der sich im Namen der Kunst-Initiative Radevormwald, für die Ausstellung „Eisen“ eingesetzt hat. „Abraham David Christian hat über Jahrzehnte eine eigene bildnerische Sprache entwickelt, deren intensiver und kraftvoller Ausdruck von innerer Ruhe geprägt ist. Seine Arbeiten laden zur kontemplativen Betrachtung ein und wirken in ihrer ästhetischen Eigenständigkeit universell und nicht kulturgebunden“, sagt Freudenberg. Die Kirche ist für ihn, Jörg Jung und Pfarrer Dieter Jeschke idealer Standort. Die Anordnung der Skulpturen ist auf das Leben einer Gemeinde angepasst. „Die Skulpturen bilden eine Gemeinschaft ab“, sagt Jörg Jung.

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Abraham David Christian geht mit seiner Kunst auf ursprüngliche Gefühle und Erfahrungen ein, die tief in jedem Menschen verwurzelt sind. Die weichen Linien seiner Skulpturen eröffnen Fragen zu unserem Standpunkt in der Welt, machen demütig und stellen das in den Mittelpunkt, nach dem viele Menschen suchen: Das Ruhen in der eigenen Mitte und die Akzeptanz für die eigene Entwicklung, die niemals endet. „Die Spitzen der Skulpturen können dafür stehen, dass es keine finale Erkenntnis gibt, sondern alles ein Prozess ist“, sagt Jung.

Wichtig für dieses Verständnis ist ein Einblick in die Herstellung der Skulpturen. Die Form, die Abraham David Christian mit einem Scherenschnitt erstellt, wird aus einem 300 Kilogramm schweren Eisenblock heraus gefräst. Jede Skulptur ist ein zusammenhängendes Stück, das ungefähr 100 Kilogramm wiegt.

Bei der Ausstellungseröffnung wird Pfarrer Dieter Jeschke auf seinen persönlichen Bezug und den seiner Gemeinde zu den Skulpturen eingehen.

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