Ausstellung in Radevormwald würdigt den großen Theologen Karl Barth

Ausstellung in Radevormwald : Wie ein Theologe Schüler bewegt

Schüler aus Lennep besuchten gestern die Wanderausstellung „Gott trifft Mensch“ über das Wirken von Karl Barth.

Wer war Karl Barth und warum war er für die Entwicklung der Kirchen in Deutschland so wichtig? Diese Fragen beantwortet die Wanderausstellung „Gott trifft Mensch“, die momentan Halt im Dietrich-Bonhoeffer-Haus der reformierten Kirchengemeinde macht. Pfarrer Dieter Jeschke hat den Kirchenvater des 21. Jahrhunderts zum Thema in seinen Predigten der letzten Wochen gemacht und ist mit seiner Gemeinde ins Gespräch über den Mann gekommen, der den Begriff der „bekennenden Kirche“ geprägt hat.

Das Leben von Karl Barth beschäftigte in den vergangenen Wochen aber nicht nur die Rader Gemeinde, sondern auch Abiturienten, die Religion als eines ihrer Prüfungsfächer gewählt haben. „Er hat 1934 die Barmer Theologische Erklärung verfasst, die heute immer noch die Basis jedes Pfarrers ist, der im Rheinland wirkt. Für unseren Glauben spielt das eine wesentliche Rolle“, sagt Jeschke über Karl Barth.

Gestern empfing der Pfarrer die Schüler der Oberstufe des Röntgen-Gymnasiums Remscheid, die mit dem Bus anreisten, um sich am Vormittag mit der Ausstellung auseinanderzusetzen. Nach einem ausführlichem Film zum Einstieg in das Thema sahen sich die jungen Männer und Frauen die Ausstellung an, machten sich Notizen und stellten Fragen.

Tobias Bernhardt hat Religion als Abiturfach. Der Gymnasiast fängt allmählich mit den Prüfungsvorbereitungen an, damit dem Schulabschluss in diesem Frühling nichts mehr im Weg steht. Die Ausstellung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus fand er informativ und leicht verständlich. „Karl Barth direkt ist zwar kein abiturrelevantes Thema, aber die Barmer Theologische Erklärung schon. Zum Verständnis ist es natürlich hilfreich den Hintergrund des Verfassers zu kennen und Informationen über sein Leben zu haben“, sagt der Schüler. So sieht das auch sein Klassenkamerad Jonas Labenz. Obwohl er Religion nicht als Abiturfach hat, fand er den Ausflug in die Ausstellung nach Radevormwald gelungen. „Ich habe viel gelernt“, sagt der Remscheider.

Die Schautafeln der Ausstellung zeigen in Wort und Bild wie Karl Barth aufgewachsen ist, wie er seine erste Pfarrstelle antrat und wie er sich gegen die Hitler sympathisierenden sogenannten „Deutschen Christen“ stellte. Wie die christliche Kirche in Zeiten des Nationalsozialismus überlebt hat, erfährt man in der Ausstellung. Das Hauptwerk von Karl Barth ist die „Kirchliche Dogmatik“. Die Abhandlung ist weltweit von Bedeutung.

Im September wird Pfarrer Dieter Jeschke die Thematik noch einmal mit einer gemeinsamen Veranstaltung von Kirchengemeinde, Sekundarschule und SPD aufgreifen, denn Karl Barth war selber SPD Mitglied und demokratisch engagiert. „Sein Leben und die Person wird sich durch unser gesamtes Kirchenjahr ziehen“, sagt Jeschke.