Radevormwald: Ausstellung erinnert an die Künstlerin Ulla Holtschneider

Radevormwald: Ausstellung erinnert an die Künstlerin Ulla Holtschneider

Die Flure des Rathauses waren voll, als am Freitagabend die Ausstellung "Künstlerisches Vermächtnis" eröffnet wurde, die an die Künstlerin Ulla Holtschneider erinnert. Die Zeichnerin, Malerin und Lithografin hat bis 2007 in Radevormwald gelebt und ist 2016 in Vipperow an der Müritz gestorben. Radevormwalder kannten sie nicht nur als Kunstlehrerin des Theodor-Heuss-Gymnasiums, sondern auch als diskussionsfreudige und engagierte Bürgerin.

Drei ihrer ehemaligen Kollegen, Claudia Scheibner, Inge Lohmann und Kurt Scheffels, haben sich federführend um die Organisation der Ausstellung gekümmert und erinnerten bei der Eröffnung nicht nur durch die gezeigten Werke an die Künstlerin. In einer Gesprächsrunde teilten sie persönliche Erinnerungen und viele kostbare Momente, die sie gemeinsam mit Ulla Holtschneider erlebt haben.

"Ulla war für mich eine Kollegin, Weggefährtin und Freundin. Wir haben überall gesprochen und diskutiert - in den Fluren der Schule, im Treppenhaus, in den Kunsträumen und natürlich im Lehrerzimmer", erinnerte sich Lohmann. Sie saß der Künstlerin im Lehrerzimmer 30 Jahre lang gegenüber und hat sie auch privat erlebt. Das frühere Zuhause der Künstlerin in der Bredderstraße nennt sie ein "Bohème", in dem ein klares Nein gegen alle undemokratischen Strukturen ausgesprochen wurde. Dietmar Stark erinnerte in seiner Ansprache an die Zeichnungen, die Holtschneider für die AL angefertigt hat, und an ihre politischen Statements durch ihre Bilder.

In den Fluren des Rathauses hängen bis zum 25. März über 100 Werke, aus allen Schaffensphasen der Künstlerin, die zu den Öffnungszeiten der Verwaltung betrachtet werden können. Zu entdecken gibt es unter anderem Abstraktes in Öl auf Leinwand unter dem Titel "Stilles Land", viele Gesellschaftsstudien und Lithographien. Das Kunstwerk "Maultüten" hängt passenderweise über dem Kopierer auf dem Flur der zweiten Etage und zeigt an engstirnige Ratsmitglieder erinnernde Gestalten vor kleinen Mikrofonen. Wo gemault wird, wird auch viel kopiert.

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Petra Pfaff, Künstlerfreundin und Moderation der Ausstellungseröffnung, wünscht sich, dass es im Rathaus in den nächsten Wochen viele inspirierende Begegnungen gibt. "Menschen sollen stehenbleiben, selber entdecken und genießen."

Alle Bilder, die aus dem Nachlass der Tochter Ulla Schaub kommen, können gekauft werden. Musikalisch wurde die Ausstellung der "Rat-Art" durch die Jazz-Formation "Forsonics" begleitet.

(trei)
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