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Ausgangssperre in Radevormwald verunsichert Leute

Radevormwald in der Pandemie : Ausgangssperre verunsichert Leute

Seit Samstagabend gilt: Die Menschen sollten von 22 bis 5 Uhr zu Hause bleiben. Grundsätzlich hielten sich die Radevormwalder im Großen und Ganzen an die Regeln.

An die Ausgangssperre müssten sich die Radevormwalder eigentlich längst gewöhnt haben, gilt sie im Oberbergischen wegen der enorm hohen Inzidenzwerte von weit über 200 doch schon etwas länger. „Aber dieses Hick-Hack um das neue Infektionsschutzgesetz und die Bundesnotbremse, die seit Samstag gilt, hat die Menschen sehr verunsichert“, sagt Jochen Knorz, Leiter des Ordnungsamtes. Besonders dubios: Von Freitag auf Samstag durften die Rader von 21 bis 5 Uhr nicht nach draußen, von Samstag auf Sonntag dann von 22 bis 5 Uhr. Diese Regelung gilt jetzt bis auf weiteres. Knorz hätte sich schon früher deutlich klarere und verständlichere Regelungen gewünscht, jetzt müssten die Kontroll- und Vollzugskräfte schon viel erklären und mit den Bürgern diskutieren.

Grundsätzlich hielten sich die Radevormwalder aber im Großen und Ganzen an die Regeln, auch wenn seine Kollegen am Wochenende häufiger Menschen nach 22 Uhr auf den Straßen angetroffen hätten. Besonders auffällig: Erstaunlich viele Hundebesitzer gehen jetzt mit ihren tierischen Lieblingen bewusst nach 22 Uhr das letzte Mal Gassi, „weil sie es dürfen“, sagt Knorz. Und nicht, weil unbedingt das Bedürfnis des Vierbeiners gegeben sei. „Dabei gilt: Eigentlich sollten alle Menschen ab 22 Uhr zu Hause bleiben. Man muss dann auch nicht alleine spazieren oder joggen gehen, auch wenn es erlaubt ist“, findet Knorz. Kontakte sollten nochmals deutlich reduziert werden, deshalb seine dringende Bitte, zwischen 22 und 5 Uhr auch wirklich zu Hause zu bleiben.

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Was einige Radevormwalder auch noch nicht verstanden haben: Auf Spielplätzen gilt eine generelle Maskenpflicht für alle Personen ab dem schulpflichtigen Alter. „Hier gibt es immer wieder Verstöße“, berichtet Knorz und appelliert an die Vernunft der Menschen. Denn es gebe nun mal auch zunehmend Meldungen aus Kitas und Schulen, dass sich dort Kinder infiziert haben.

„Auch beim Zigarettenrauchen gibt es klare Regelungen und keine Ausnahme von der Maskenpflicht“, sagt Knorz. In den entsprechenden Bereichen ist das Rauchen dann eben nicht erlaubt, weil dort Maske getragen werden muss.

Ein weiteres Problem bleiben die privaten Haushalte: Hier gilt nach wie vor, dass sich ein Hausstand mit nur einer weiteren Person treffen darf. „Diese Vorgabe wird leider oft sehr weit ausgelegt, da darf eine Person dann auch schon mal mehrere Köpfe haben“, sagt Knorz. An Haustüren werde deshalb trotzdem nicht geklingelt, das passiere nur bei konkreten Anlässen und entsprechenden Hinweisen auf mögliche Verstöße. „Punktuell sind Polizei und Ordnungsamt aber immer wieder auch im privaten Bereich im Einsatz“, sagt Knorz.

Das bleibt wohl auch dringend nötig, denn die Zahlen stagnieren auf hohem Niveau: Am Montag berichtete der Kreis von einer 7-Tages-Inzidenz von 269,1 – ein Plus von 3. Demnach ist die Zahl der Infizierten in Rade von 120 am Sonntag auf 121 am Montag gestiegen, das bleibt nach Gummersbach (232) und Waldbröl (143) der dritthöchste Wert im Oberbergischen Kreis.