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Radevormwald: Aus Bunker wird Straßenbelag

Radevormwald : Aus Bunker wird Straßenbelag

Die Anlagen des ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr in der Halverschen Mark werden zurückgebaut. Die Zufahrtsstraße wird zunächst Schotterpiste, später ein Waldweg. Teile des Betons werden wiederverwertet.

Der Grenzbereich zwischen Rheinland und Westfalen auf der Höhe zwischen Radevormwald und Halver ist ein beliebtes Wandergebiet. In einem Teil, einem alten Steinbruch, treffen sich zu Pfingsten immer einige Chöre aus Rade und Halver-Schwenke zum gemeinsamen Singen.

Wer der Zufahrtsstraße vom Parkplatz an der der Bundesstraße 229 zum ehemaligen Munitionsdepot der Bundeswehr weiter folgt, landet vor einem großen Tor. Hinter diesem saß früher der Objektschutz, der das Depot rund um die Uhr bewachte. Verschwunden sind einige der Häuser für das Wachpersonal und die Zwinger für die Wachhunde.

Auch der Zaun wird abgerissen

Auf einer Fläche von etwa 22 Hektar erstreckt sich die Zone, die auch heute noch durch Zäune abgegrenzt ist. "Es wird noch einige Jahre dauern, bis alles zurückgebaut ist", sagt Revierförster Bernhard Priggel. Er erklärt, dass die Grenze zwischen den Landesteilen durch die inzwischen an ein Privatmann verkaufte Waldfläche verläuft. Letzte Aktion dürfte in einigen Jahren der Rückbau der Straße sein. "Auch der Zaun wird verschwinden, die Zufahrtsstraße dann wieder zum Wald- und Wanderweg", sagt der Förster.

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Stehenbleiben und zugeschüttet werden einige der großen Bunker. "Die sind so stabil gebaut, da wäre das Schreddern zur Wiederverwertung als Straßenbelag oder -untergrund zu teuer", sagt Priggel. Die anderen werden hingegen zu Straßenbelag.

Verbaut worden ist im ehemaligen Staatswald der Halverschen Mark in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel Beton. Die Bundeswehr nahm das Munitionsdepot am 1. August 1985 in Betrieb, die Notausfahrt ist erst nach der Wende um 1990 entstanden. Zehn Jahre später gab die Bundeswehr das neue Depot im Zuge der Umstrukturierungen zwischen West und Ost bereits wieder auf.

Der Wald im ehemaligen Depot und in der Mark als großes, zusammenhängendes Gebiet ist eine Mischung aus Laubwald und Fichten mit teilweise altem Baumbestand. Diese Mischung ist charakteristisch auch für die übrigen kleineren Waldflächen in anderen Stadtteilen Radevormwalds. "Wir finden häufig Mischungen aus Eiche, Buche, Lärche und Birke, durchsetzt mit Fichten", sagt Priggel.

Unterschied zum Sauerland

Der kleinteilige Mischwald habe den Vorteil, dass er die Artenvielfalt in der Region sichert. "Das ist zum Beispiel der Unterschied zum Sauerland. Dort gibt es manchmal bis zu 100 Hektar Fichtenwald als Monokultur", sagt der Förster.

Mit dem Waldeigentümer der Mark ist vereinbart, dass in Abständen ein Teil der Bäume geschlagen und auch als Laubwald nachgepflanzt wird. Zu diesem Zweck kennzeichnet Priggel die Bäume der jeweiligen Waldteile.

(RP)