Ansichtssache: Aufatmen an der Bahnstraße, Kritik an Neubaugebiet

Ansichtssache: Aufatmen an der Bahnstraße, Kritik an Neubaugebiet

Mit einer Überraschung wartete der Bürgermeister im Stadtrat auf: Der Ausbau der Bahnstraße wird doch nicht so teuer für die Anwohner wie zunächst befürchtet - ein richtiges und wichtiges Signal!

Wer selbst schon mal in so eine Situation geraten ist, wird nachvollziehen können, was die etwa 40 Anwohner der Bahnstraße in den vergangenen Wochen durchgemacht haben. Von horrenden Ausbaukosten war da die Rede - und so manch einer wird sich vielleicht sogar in seiner Existenz bedroht gefühlt haben. Das dürfte jetzt vom Tisch sein, denn die Stadt ließ durchblicken, dass es durch die nur einseitige Bebauung der Straße vielleicht doch noch eine günstigere Möglichkeit gibt, die Straße im Erstausbau zu veranschlagen. Ein richtiges Zeichen, denn die geplanten Kosten standen in keinem Verhältnis zu anderen Ausbaukosten an anderen Straßen in der Stadt und wären völlig unzumutbar gewesen. Das hat die Verwaltung noch rechtzeitig erkannt und die nun die Handbremse gezogen. Durch eine Ausweichsatzung gewinnt man nun genügend Zeit, um alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen.

Dass es in der Politik Widerstand gegen das von der Stadt geplante Großbaugebiet in Karthausen gibt, verwundert schon ein wenig. Immerhin braucht eine Kleinstadt wie Radevormwald Neubürger, die die Kommune mit Leben füllen, die die Zukunft mitgestalten und das Leben lebenswert machen. Kritik am Standort, der in der Tat außerorts liegt, ist fehl am Platze, denn gerade Wohngebiete werden gesucht. Interessenten haben sich schon bei der Stadt gemeldet. Und nur weil jetzt noch keine Infrastruktur (oder zumindest nicht ausreichend) vorhanden ist, muss ja nicht gegen das Baugebiet entschieden werden. Im Gegenteil: Jetzt besteht die Chance, gemeinsam Infrastruktur zu schaffen und den Neubürgern ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Auch der Hinweis, dass diese Menschen dann auswärts arbeiten werden und dort womöglich auch ihr Geld ausgeben, trifft es nicht, denn das tun auch Rader, die mitten in der Stadt leben, schon heute. Wer außerhalb der City wohnt, muss halt in die Stadt gelockt werden. Nur mit attraktiven Angeboten wird das gelingen. Auch das wäre eine Aufgabe im Zuge der Neuentwicklung dieses Baugebietes.

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Wie wichtig die Arbeit der Feuerwehr in Radevormwald ist, bewies diese Woche einmal mehr der Jahresbericht. Vor allem mehr technische Hilfeleistungen mussten die Kräfte 2017 leisten - Aufgaben, denen sich die Wehr in den kommenden Jahren verstärkt stellen wird, denn extreme Wetterlagen wie Stürme und Orkane und damit verbundene sintflutartigen Regenfälle sowie Blitz und Donner werden zunehmen. Da gehen alle Fachleute von aus. Da ist es nur logisch, dass der Feuerwehrchef für den nächsten Brandschutzbedarfsplan die fünfte hauptamtliche Stelle fordert. Sparen an dieser Stelle wäre völlig unangebracht. Wo es um Menschenleben geht und die Sicherheit der Bürger in Radevormwald im Allgemeinen, wäre es fatal, über Einsparungen nachzudenken oder dringend benötigtes Personal nicht einzustellen.

(RP)
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