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Auch in der Radevormwalder Sana-Klinik werden Infizierte behandelt

Corona-Krise : Auch Sana in Rade behandelt Infizierte

Bislang sind keine personellen Engpässe zu befürchten, versichert die Sana-Gruppe. Dennoch bereiten sich die Kliniken auf wachsende Patientenzahlen vor. Die Krankenhäuser in Oberberg verfügen über etwa 2200 Betten.

Die Zahl der Menschen in der Region, die mit dem Virus SARS Cov-2 infiziert sind, steigt weiter. Der Erreger kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Es ist eine Herausforderung für die Krankenhäuser im Oberbergischen Kreis, auch für die Sana-Klinik in Radevormwald. Auch hier, teilt Sana-Sprecher Stefan Mülders mit, seien bereits Verdachtsfälle und infizierte Menschen behandelt worden: „Wir stehen im engen Austausch mit allen zuständigen Behörden und Institutionen, damit auch mit dem Oberbergischen Kreis und den Krankenhäusern im Kreis.“

Der Krisenstab des Hauses komme täglich zur Telefonkonferenz zusammen, um die wichtigsten Sachstände und daraus resultierende Maßnahmen zu besprechen und zu beschließen, schildert Stefan Mülders den Umgang mit der aktuellen Situation. In der Zwischenzeit seien in mehreren Schritten die Patientenwege über die Zentrale Notaufnahme verändert und ein Isolationsbereich eingerichtet worden.

Etwa 20 Helfer des DRK bauten Zelte am Gummersbacher Krankenhaus auf. Landrat Jochen Hagt bedankt sich bei den ehrenamtlichen Helfern. Foto: OBK

Befürchtungen, dass die Kapazitäten der Kliniken, etwa beim Personal, nicht reichen könnten, sind zumindest nach jetzigem Stand unbegründet, versichert der Sprecher der Sana-Gruppe: „Bis zur aktuellen Situation sind wir mit unserem eigenen Krankenhauspersonal gut aufgestellt. Wenn uns keine größere Krankheitswelle trifft, sind wir hier auch weiter zuversichtlich.“

Allerdings ändere sich die Lage ständig, daher seien die Behörden und die Krankenhäuser zurückhaltend damit, Zahlen von Verdachtsfällen und Infektionen öffentlich zu machen. Laut Kreisverwaltung sind derzeit kreisweit 267 Menschen mit dem Coronavirus infiziert – darunter 23 in Radevormwald und 34 in Hückeswagen. Alle zwei Tage werden Telefonkonferenzen mit den fünf Akutkrankenhäusern und den drei Rehakliniken im Oberbergischen Kreis geführt. „Kapazitäten in den Krankenhäusern wurden hochgefahren“, heißt es beim Kreis. Die Zahl der Intensiv-Betten sei nahezu verdoppelt worden. Ingesamt verfügen die Kliniken in Oberberg über etwa 2200 Betten. Am Kreiskrankenhaus Gummersbach haben 20 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes inzwischen Zelte für eine so genannte Triage aufgebaut. Damit rüstet sich die Klinik für eine wachsende Zahl von Patienten. „Um die infektiösen von den nicht-infektiösen Patienten vor Eintritt in das Krankenhaus konsequent zu trennen, werden Mediziner in den Zelten eine sogenannte Triagierung vornehmen“, teilt Kreissprecher Philipp Ising mit. „Es führen dann getrennte Wege zu den Behandlungseinheiten und Stationen.“ Sana-Sprecher Stefan Mülders beschreibt noch einmal das richtige Vorgehen, falls man selber Symptome bekommt, die auf eine Infektion mit dem Erreger SARS CoV-2 hinweisen können: „Die erste Anlaufstelle sollte immer der Hausarzt oder die 116117 als zentrale Rufnummer für den ärztlichen Notdienst sein.“ Als Krankenhaus sei die Radevormwalder Klinik in erster Linie für Patienten zuständig, die einer akuten stationären Behandlung bedürfen. „Diese Menschen würden uns dann über die Hausärzte oder Gesundheitsämter zugewiesen.“

Übrigens: Das Tragen eines einfachen Mund-Nase-Schutzes schützt keinen Gesunden vor Ansteckung. Aber es kann helfen, wenn infizierte Personen diesen tragen und so die Viren zurückhalten. Im Nachbarland Österreich ist beispielsweise bei Einkäufen ein solcher Schutz nun vorgeschrieben.