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Auch die Luftsportvereine in Radevormwald hatten eine kurze Saison

Flugplatz in Radevormwald : Pandemie erreicht auch den Luftraum

Sportvereine leiden unter der Corona-Krise. Auch der Luftsportverein Radevormwald hatte eine kurze Saison, denn der Flugbetrieb auf dem Flugplatz an der Leye konnte aufgrund des ersten Lockdowns erst Mitte Mai starten.

Auch der Betrieb auf dem Flugplatz an der Leye wurde in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie eingeschränkt. Der Luftsportverein (LSV) Radevormwald konnte die Saison erst nach dem ersten Lockdown starten, denn als Sportstätte war der Flugplatz wochenlang geschlossen. Patrick Hirschauer, Fluglehrer und Pressereferent des LSV wirft einen Blick zurück.

„Unsere Saison startet normalerweise immer stark im April. 2020 konnten wir unseren Betrieb erst Mitte Mai wieder richtig aufnehmen. Wir haben wichtige Wochen verloren. Die Thermik ist im Frühjahr am besten, deswegen ist das unsere Hauptsaison“, sagt er. Unter der Schließung des Flugplatzes hat auch der Ausbildungsbetrieb gelitten. Als die Schulungen wieder aufgenommen werden durften, war die Nachfrage allerdings groß. Sport unter freiem Himmel liegt weiterhin im Trend.

„Wir haben außerdem gemerkt, dass weniger Menschen in den Urlaub gefahren sind und deswegen ein neues Hobby angefangen haben“, sagt Patrick Hirschauer. Der LSV Radevormwald hat seit diesem Jahr zehn neue Flugschüler aus allen Altersgruppen. „Das ist für uns ein großer Zuwachs im Vergleich zu anderen Jahren.“

Patrick Hirschauer ist Fluglehrer beim LSV. Foto: Jürgen Moll (Archiv) Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Gelernt wurde in diesem Jahr in deutlich kleineren Gruppen. Fliegen ist ein Teamsport und kann nicht komplett alleine durchgeführt werden. „Zum Segelfliegen braucht man ein Team und nicht nur denjenigen, der im Flugzeug sitzt. Wir haben die Gruppen allerdings so klein wie möglich gehalten“, sagt der Fluglehrer. Die theoretischen Bausteine der Ausbildung wurden vermehrt in Online-Kursen vermittelt. Der Verein arbeitet an der Ausweitung des digitalen Unterrichts.

Mit den neuen Lockdown-Bestimmungen, die ab November für vier Wochen in Kraft treten werden, wird die Saison auf dem Flugplatz frühzeitig beendet. Finanzielle Einbußen muss der Verein nicht nur durch fehlende Fluggebühren verkraften. „Wir haben Wettbewerbe und unseren Tag der offenen Tür abgesagt, der auch Einnahmen generiert. Das ist kein Zustand, der langfristig funktioniert. Falls die Saison 2021 wieder so kurz ist, müssen wir über eine Umstellungen der Gebührenstruktur nachdenken“, sagt Patrick Hirschauer, der seit 15 Jahren selber fliegt.

Den Winter verbringen die Flieger normalerweise damit ihre Flugzeuge zu warten, abzuschleifen und ihre Ausrüstungsgegenstände zu pflegen. Auch diese Arbeiten werden durch die Corona-Krise gestört. „Wir müssen auf Abstände achten und darauf, dass nur wenige Haushalte in unseren Hallen zusammenkommen. Wir haben zwar viel Platz, aber auch wir brauchen ein Hygienekonzept.“

Wie in vielen Sportvereinen ist auch im LSV Radevormwald eine Gruppendynamik entstanden, um gemeinsam durch die Krise zu kommen. Die Jugendabteilung des Sportvereins hat während des ersten Lockdown Einkaufshilfen für die Vereinsmitglieder organisiert, die zu der Risikogruppe gehören.

„Wir haben versucht, uns gegenseitig zu unterstützen und den Kontakt aufrechtzuerhalten, als der Flugbetrieb lahm lag“, sagt Patrick Hirschauer. Er und die anderen Piloten vom Flugplatz Leye hoffen, dass die Saison 2021 pünktlich starten und die beste Thermik, im Frühling, ausgekostet werden kann.