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Radevormwald: Asien-Museum kämpft um Anerkennung

Radevormwald : Asien-Museum kämpft um Anerkennung

Veranstaltungen wie das Konzert mit Luis Gonzales sorgt sollen das Museum in Sieplenbusch weiter bekannt machen.

Idyllischer könnte es fast nicht sein: Über dem Bergischen Land geht farbenfroh die Sonne unter. Kerzen führen die Besucher über die Treppe zum Garten des Asiatischen Museums im Sieplenbusch. Dort erwartet sie eine seltsam passende Mischung aus bergischem Kleinod und asiatischer Lebenswelt. Lichterschein rund um das Wasser. Die fünf Meter hohe Buddha-Statue auf dem Hügel wird ebenso angeleuchtet wie all die anderen Schmuckstücke an diesem besonderen Ort. Und während es langsam dunkel wird, spielt Luis Gonzales mit seiner Gitarre Melodien aus Lateinamerika und der Karibik. Er scherzt mit dem begeisterten Publikum, erzählt Geschichten, die mal traurig sind und dann wieder voller Fröhlichkeit stecken. Er hat Melodien im Gepäck, die zu einer Reise in Richtung Westen einladen. Eine weitere kulturelle Note gesellt sich also dazu - und passt.

Das Zelt am Rande des Gartens ist sehr gut besucht. Kunstliebhaber sind gekommen, Gonzales-Fans, viele alte Freunde, der NRW-Justizminister Peter Biesenbach. "Einen Ort voller Lebensfreude: Genau das haben wir uns gewünscht", sagt Peter Hardt, der etwas außerhalb Platz genommen hat. Wenn es nach Peter und Li Hardt geht, dann könnte es jeden Tag so fröhlich und lebendig in ihrem Museum im Sieplenbusch zugehen. "So ganz zufrieden sind wir noch nicht mit der Resonanz", räumt Peter Hardt ein. Nur wenige Besucher aus Radevormwald hätten bisher den Weg ins Museum gefunden, das gelte auch für die aktuelle Saison. "Die Besucher kommen aus Wuppertal, Hückeswagen oder Remscheid." Es seien gerade genug, um die beiden Mitarbeiterinnen zu beschäftigen. Für das eigene Leben bleibe noch kein Geld übrig, sagt Li Hardt.

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Das zeichnete sich schon kurz nach der Gründung des Museums ab. Also reagierte Familie Hardt: Veranstaltungen unter freiem Himmel mit Kultur und Begegnung wurden organisiert. "Wir hatten jedes Mal Glück mit dem Wetter und die Resonanz war gut", sagt Peter Hardt. Zur Musical-Gala mit etwa 80 Künstlern kamen mehr als 400 Gäste. Als sich das Asiatische Museum im vergangenen Sommer an der "Nacht der Museen" beteiligte, besuchten sogar mehr als 1000 Gäste den Hof im Sieplenbusch. "Wenn die Menschen hier sind, dann sind sie ganz oft begeistert", sagt Li Hardt, "nur sie müssen erstmal den Weg zu uns finden." Um es den Besuchern ein bisschen leichter zu machen, backt Li Hardt inzwischen nach Anmeldung Waffeln für eine Bergische Kaffeetafel, richtet regelmäßig ein Buddha-Frühstück aus.

Ein Rundgang durch den Garten ist dann im Preis enthalten, eine Führung kann dazu gebucht werden. Den Garten vermietet sie für Hochzeiten, Geburtstage oder Taufen. "Das funktioniert schon ganz gut, könnte aber noch deutlich mehr sein", sagt sie. Kindergartenkinder dürfen das Museum inzwischen kostenlos besuchen. "Das war eine Idee meines Mannes", sagt Li Hardt, "wir wollen auch die Jüngsten begeistern."

Vom Konzertabend gehen die Besucher dann wirklich begeistert nach Hause. Luis Gonzales hat so viel Charme versprüht, dass nicht nur die Gäste mit südamerikanischen Wurzeln ihre Freude hatten. Viele Besucher haben sich auch ein Glas Sekt schmecken lassen, während sie den Blick über die Felder und Wälder haben schweifen lassen. Und die meisten von ihnen versprechen: "Wir kommen wieder."

(RP)