Maßnahmen gegen Raser: Anti-Raser-Schwellen für die Uelfestraße

Maßnahmen gegen Raser: Anti-Raser-Schwellen für die Uelfestraße

Weil sich viele Autofahrer nicht an die Tempogebote halten, will die Verwaltung nun die Verkehrssünder ausbremsen. Dem Fachausschuss, der am kommenden Mittwoch tagt, liegen drei verschiedene Varianten für Aufpflasterungen vor.

Autofahrer wünschen sich einen flüssigen Straßenverkehr ohne Hindernisse. Anwohner wünschen sich Sicherheit und Ruhe auf der Straße, an der sie leben. Wie bringt man beides unter einen Hut? Diese Frage stellt sich für die Verwaltung in Radevormwald nun im Fall der Uelfestraße. Seit längerem beklagen jene, die dort wohnen, dass trotz Tempo-50-Gebot zu schnell gefahren wird. An manchen Stellen gilt sogar Tempo 30. Doch wie Radarmessungen im vergangenen Jahr zeigten, kümmern sich viele Fahrer um diese Vorschriften keinen Deut.

Aus diesem Grund wird sich der Ausschuss für Kultur, Tourismus und Verkehr in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch mit drei möglichen Varianten beschäftigen, die Uelfestraße für Temposünder ungemütlicher zu machen. Folgende Vorschläge finden sich in der Vorlage der Stadt: Eine Aufpflasterung (sprich: Bodenschwelle) in Höhe der "Kanzel" am Festplatz, eine weitere auf Höhe des Zugangs zum Friedhof der Martinigemeinde (Kosten: insgesamt 16.000 Euro).

Eine Aufpflasterung über beide Fahrbahnen stadteinwärts hinter der Einmündung Hochsteinstraße sowie eine weitere am Friedhof wie in Variante 1 (Kosten: 20.000 Euro).

Eine große Aufpflasterung einschließlich des Einmündungsbereichs Hochsteinstraße und, wie bei den schon genannten Varianten, am Zugang zum Friedhof der Martini-Gemeinde (Kosten: 55.000 bis 60.000 Euro).

Dass etwas getan werden muss, zeigte sich bei den erwähnten Messungen, die in der Zeit vom 9. bis 23. März 2017 stattfanden. An der Messstelle gilt Tempo 50, doch etwa 40 Prozent der Fahrer waren zu schnell unterwegs, manche sogar mit Geschwindigkeiten von 81 bis 110 Stundenkilometern. Bei diesen Zahlen erscheint es beinahe als ein Wunder, dass an der Uelfestraße "in den vergangenen fünf Jahren keine Unfälle im Zusammenhang mit zu hohen Geschwindigkeiten" passiert sind, wie die Stadt in der Beschlussvorlage für den Fachausschuss resümiert.

Dennoch zog die Verwaltung im vergangenen Jahr Konsequenzen aus der Radarmessung und richtete nahe des Altenheims und des Kindergartens Tempo-30-Zonen ein. Die Akzeptanz durch die Autofahrer ist, offen gesagt, suboptimal. Denn als die Messstelle im Oktober 2017 wieder an der Uelfestraße aufgestellt wurde, zeigte sich, dass 83 Prozent schneller als 30 km/h unterwegs waren.

Nun will die Stadt weiter an der Maßnahmenschraube drehen. Die Idee, durch wechselseitiges Parken die Temposüchtigen zu bremsen, wurde aufgegeben, denn die Folge wäre "das regelmäßige, punktuelle vollständige Erliegen des Straßenverkehrs in der Uelfestraße", heißt es in der Ausschussvorlage. Und eine Dauerblechlawine vor der Haustür würde die Anwohner wohl kaum glücklich machen.

Nun setzt man also, in Absprache mit der Polizei, auf die Aufpflasterungen, denn die, so die Verwaltung, hätten schon an anderen Stellen in Radevormwald "zur effektiven Senkung der Geschwindigkeit" geführt.

(s-g)