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Radevormwald: Als noch die Eisenbahn fuhr

Radevormwald : Als noch die Eisenbahn fuhr

Im Heimatmuseum wird morgen die Sonderausstellung "Eisenbahnzeit in Radevormwald" eröffnet. Zu sehen sind Schilder, Fotos, Zeitungsausschnitte und Modelle über die Strecken nach Lennep, Halver und Wuppertal.

Eine intensive Arbeitszeit liegt hinter Elke und Dieter Steinkamp. Das Ehepaar hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Utensilien zusammengetragen, die an die Eisenbahnzeit in der Stadt mit den drei Strecken nach Halver, Wuppertal und Remscheid-Lennep erinnern. Sie glauben, dass auch diese Ausstellung ein Renner wird, weil viele Bürger die Zeit bis zum letzten Zug, der am 1. August 1980 die Stadt in Richtung Wuppertal verließ, noch miterlebt haben.

Bahnhofsmodell fürs Museum

"Es wird aber langsam knapp, an alte Eisenbahnsachen zu kommen. Wir haben auch viele ehemalige Eisenbahner angesprochen. Die meisten haben uns gesagt, sie hätten nichts mehr von früher, manche wollen sich nicht trennen", sagt Elke Steinkamp. Für die Ausstellung haben elf Sammler und der Förderverein Wupperschiene ihre Archive geöffnet.

Gerd Karrenstein hat eine alte Eisenbahner-Uniformjacke ausgeliehen. Von der Wupperschiene stammen alte Schilder der Haltepunkte und Bahnhöfe Remlingrade und Kräwinklerbrücke oder ein Andreas-Kreuz. Zu sehen ist auch ein altes Zuglaufschild von Wuppertal-Vohwinkel nach Radevormwald. Dieter Steinkamp hat in seinem persönlichen Fundus eine Fahrkarte von Rade nach Solingen-Ohligs gefunden. "Sie stammt vom 1. April 1960, als ich zur Bundeswehr eingezogen wurde. Von Ohligs ging es für ihn weiter nach Lüneburg", sagt er.

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Modellbauer Wolfgang Schreiber hat sich dem alten Bahnhof gewidmet. "Der Bahnhof ist für die Ausstellung gebaut worden und bleibt nach der Sonderausstellung im Museum", sagt Elke Steinkamp. Im Frühjahr vergangenen Jahres hat Schreiber der Stadt ein Modell des Rokoko-Gartenhauses übergeben. "Sein nächstes Projekt ist das alte Rathaus", sagt Steinkamp.

Hoffnung auf Museumszug

Etwa 100 von etwa 180 zur Verfügung gestellten Fotografien dokumentieren die knapp 100-jährige Eisenbahnzeit von 1886 bis 1980. Der Bezug zur Gegenwart ist durch Fotos von den Fahrzeugen der Wupperschiene am Bahnhof in Dahlhausen vertreten. Dort gibt es die Hoffnung, dass eines Tages ein Museumszug wie auf einem ausgestellten Schild nach Wuppertal-Rittershausen fährt. So gibt es ein Bild des letzten Schienenbusses, der 1976 von Rade nach Wuppertal fuhr oder von einem VW-Bus, der auf Schienen lief und von dem aus die Strecke inspiziert werden konnte.

Auch die zahlreichen Haltepunkte und Bahnhöfe sind ein Thema – unter anderem der Bahnhof in Kräwinklerbrücke, einem Ort, der zu großen Teilen in den 1980er Jahren in der Wupper-Talsperre verschwand. Gezeigt wird auch, dass das Gartenhaus vor seiner Umsiedlung zum Parc de Châteaubriant direkt an der Eisenbahnstrecke lag.

(RP)