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AL-Politiker aus Radevormwald: ÖPNV zum Nulltarif ist beste Lösung

ÖPNV in Radevormwald : AL-Politiker: ÖPNV zum Nulltarif ist beste Lösung

Felix Staratschek, sachkundiger Bürger der Fraktion der Alternativen Liste (AL), macht sich Gedanken um den ÖPNV. „Nicht die Kompliziertheit der Tarife ist das Problem, sondern der Tarif an sich“, meint er.

Bus- und Bahnfahren soll einfacher werden – das sieht ein gemeinsamer Antrag von mehreren Fraktionen im Landtag vor. Sven Wolf, Abgeordneter für Radevormwald, hatte dazu jüngst informiert. Vor allem das komplizierte Tarifsystem soll vereinfacht werden.

Dazu nimmt Felix Staratschek, sachkundiger Bürger der Fraktion der Alternativen Liste (AL) Stellung. „Nicht die Kompliziertheit der Tarife ist das Problem, sondern der Tarif an sich“, meint er. Ein Land wie Luxemburg mache es vor, dort werde die Finanzierung des ÖVPN voll übernommen, Fahrpreise müssten nicht mehr bezahlt werden. „Fakt ist, dass der ÖPNV ohne steuerliche Förderung gar nicht läuft und dass selbst bei den Fahrgeldeinnahmen – vor allem für den Schülerverkehr – staatliche Gelder enthalten sind“, schreibt Staratschek. So gesehen zahle schon jeder den halben ÖPNV mit, ohne auch nur einen Kilometer fahren zu dürfen. Derzeit sei es preisgünstiger, mit dem Auto zu fahren, rechnet er vor. 

Mit einer Vereinheitlichung des Tarifs sei es zudem nicht getan, denn es stünde oft nicht die Infrastruktur zur Verfügung, diesen zu nutzen, etwa die Möglichkeit, Tickets beim Busfahrer oder über einen Automaten zu erhalten. Um Vandalismus an den Geräten zu verhindern und die Versorgung der Geräte sicher zustellen, könnte man diese in Orten mit ausgedehnten Öffnungszeiten wie Supermärkten oder Drogerieketten aufstellen. Tickets mit NRW-Tarif müssten beim jedem Busfahrer erhältlich sein.

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Die beste Lösung bleibt laut Felix Staratschek der fahrpreisfreie ÖPNV. Dies würde viele Bürger dazu bewegen, das Auto stehenzulassen. Allerdings räumt er ein, dass für diese Lösung in der Politik noch „dicke Bretter zu bohren“ seien. „Volkswirtschaftlich ist es egal, ob ich die Finanzierung über Fahrpreise oder Steuern und Abgaben leiste, aber der volkswirtschaftliche Nutzen ist um so höher, je mehr der ÖPNV genutzt wird“, meint das AL-Fraktionsmitglied. Deshalb sei der fahrpreisfreie ÖPNV eine der besten Ideen, die von der Piratenpartei vor einigen Jahren in die Diskussion gebracht worden sei.

Die Finanzierung sei nicht unmöglich: „Zum Vergleich, mit dem Soli verdiente der Staat sechs Millarden Euro mehr, als die Verkehrsbetriebe mit Fahrkarten. Ein Nulltarif ist daher gar nicht so teuer. Würde man den Soli nutzen und dem ÖPNV keine bestehenden Zuflüsse aus Staatsgeldern streichen, wäre ein massiver Ausbau trotz Nulltarif finanzierbar“, meint er.

(s-g)