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Ärztin vom Sana Krankenhaus Radevormwald läuft beim Marathon in Tokio mit

Sportliche Herausforderung : Ärztin aus Radevormwald startet beim Tokio-Marathon

Dr. Martina Palz-Heinz läuft den Marathon in Japans Haupstadt am 1. März. Im Sana Krankenhaus arbeitet die 52-Jährige als Fachärztin.

Ihr Flug nach Tokio geht am 26. Februar. Wenn Dr. Martina Palz-Heinz sich an diesem Tag ins Flugzeug setzt, ist der Tokio-Marathon nur noch wenige Tage von ihr, ihren drei Freundinnen und tausenden anderen Läufern entfernt. Alle haben sich in den vergangenen Monaten intensiv auf diese mentale und körperliche Herausforderung vorbereitet. Auch die Fachärztin für Anästhesiologie hat mit einem klaren Ziel vor Augen trainiert.

Martina Palz-Heinz arbeitet seit 2007 im Sana-Krankenhaus in Radevormwald und ist 2015 ihren ersten Marathon in New York City gelaufen. Dieses Erlebnis hat sie beflügelt: „Eine Freundin hatte die Idee und wir haben gemeinsam trainiert. Durch die Stadt zu laufen, war unglaublich. Überall haben Bands gespielt und Chöre gesungen. Die Zuschauer feuern die Läufer an und geben unheimlich viel Energie.“

Seitdem laufen sie und ihre Gruppe von Freundinnen jedes Jahr gemeinsam einen großen Marathon. Hinter ihnen liegen unter anderem Berlin, Chicago und Rotterdam. An den Marathon in Rotterdam hat die 52-Jährige schöne, aber auch schmerzhafte Erinnerungen. „Letztes Jahr in Rotterdam lagen noch zwölf Kilometer vor mir, als ich Wadenkrämpfe bekommen habe. Ich habe versucht weiterzulaufen, musste aber eine Pause einlegen. Das hat mich fünf Minuten gekostet“, erzählt sie.

In Tokio will Martina Palz-Heinz eine kürzere Zeit schaffen. Damit das funktioniert, müssen zahlreiche Faktoren zusammenspielen. Aktuell ist die größte Herausforderung, nicht krank zu werden. „Ich bin nicht nur beruflich Krankheiten ausgesetzt, sondern auch meine Kindern sind im Moment erkältet. Jetzt gesund zu bleiben, stresst mich im am meisten.“

Das Training ist in den finalen Wochen vor dem großen Tag besonders intensiv. Neben einem Langstreckenlauf von über drei Stunden, besteht das wöchentliche Training aus Intervall-Läufen mit verschiedenen Distanzen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. 60 Kilometer legt Martina Palz-Heinz jede Woche zurück. Den Großteil davon auf der Trasse in Wuppertal. „Zu der Vorbereitung zu einem Marathon gehören auch das Training auf dem Fahrrad, im Wasser und Krafttraining“, sagt sie. Dass diese körperliche Belastung nicht spurlos an einem vorbeigeht, ist selbstverständlich. „Jeder Marathon-Läufer hat seine Schwachstelle. Wer Marathon läuft, wird dabei auf die Stellen, psychisch und physisch, stoßen, die schwächeln.“

Gedanken macht sich die Läuferin auch über das Coronavirus. Wenn der Lauf wegen des Virus nicht abgesagt wird, steht ihrem Start aber nichts im Weg. Eine Atemschutzmaske wird sie nicht tragen. „In Tokio, zum Beispiel in der U-Bahn, werde ich einen einfachen Mundschutz tragen, aber während des Laufs ist das nicht möglich. Thema ist das Coronovirus natürlich schon“, sagt die Ärztin.

Die letzten zwei Tage vor dem Lauf werden sie und ihre Freundinnen damit verbringen, sich körperlich zu schonen und dabei so viel wie möglich von Tokio zu sehen. „Wir wollen natürlich auch ein bisschen Sightseeing machen und haben dafür einige Bustouren geplant. Wir müssen unsere Kräfte einsparen. In den Tagen essen wir dann auch die Dinge, die wir sonst nicht essen. Kohlenhydratreiche Snacks sind vor einem Marathon gut.“ Während des Laufs, wird sich Martina Palz-Heinz mit zuckerhaltigen Gelen, die schnell Energie liefern, versorgen. „Um motiviert zu bleiben, setze ich mir während des Laufs Etappenziele. Ich konzentriere mich auf die Methoden, die ich trainiert habe. Am Tag des Laufs probiere ich nichts Neues aus.“