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Adventszeit in Radevormwald: Strengere Regeln auch für Kirchengemeinden

Adventszeit in Radevormwald : Strengere Regeln auch für Kirchengemeinden

Bräuche wie das Offene Singen dürfen in Radevormwald vorerst nicht mehr stattfinden. Weihnachtlich wird es in den Kirchengemeinden trotzdem.

Eigentlich sollten diese Woche die ersten Termine für die Aktion „Fenster im Advent“ der reformierten Kirchengemeinde stattfinden. Vor geschmückten Fenstern wollten die Gemeindeglieder zusammenkommen, um Andachten und festlichen Geschichten zu lauschen und unter freiem Himmel zu singen. Doch die „Fenster im Advent“ mussten kurzfristig abgesagt werden. Zu dem ersten Termin am Dienstagabend kamen einige Radevormwalder, die vor Ort von der Absage erfuhren.

„Wir dürfen die Fenster im Advent nicht durchführen, weil im Dezember verschärfte Corona-Regeln gelten. Das gilt nicht nur für unsere Aktion, sondern auch für unsere Waldweihnacht am 18. Dezember“, sagt Pastor Dieter Jeschke. Um die Waldweihnacht tut es ihm besonders leid. „Wir hatten geplant auf einer Lichtung eine Krippe aufzubauen und die Weihnachtsgeschichte zu hören. Weil der Wald öffentlich ist, kann die Veranstaltung nicht stattfinden“, sagt er.

Liturgische Veranstaltungen auf dem Grundstück von Kirchen oder Gemeindehäusern sind allerdings gestattet. „Gottesdienste und Versammlungen zur Religionsausübungen sind erlaubt. Alle anderen kirchlichen Veranstaltungen müssen im Einzelfall bewertet werden. Grundsätzlich sind Versammlungen untersagt“, sagt Christoph Grimloswki vom Ordnungsamt.

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Die reformierte Kirchengemeinde plant deswegen eine Meditation um den Adventskranz in der Kirche am 10. Dezember sowie ein Hirtenfeuer am 18. Dezember im Garten des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses. Am Sonntag können Familien von 18 bis 18.30 Uhr in der Kirche am Marktplatz die Nikolaus-Geschichte erleben. Auch das Singen der evangelischen Kirchengemeinde Remlingrade-Dahlerau unter freiem Himmel wird nicht stattfinden. „Wir treffen uns seit Jahrzehnten zu diesem Singen, aber wollen in diesem Jahr kein Risiko eingehen. Es ist schade“, sagt Dorit Lauterbach von der Gemeinde. Absagen musste sie auch das Adventscafé für Mittwoch, zu dem sich jährlich der Frauenkreis und der Handarbeitskreis trifft. „Das Bürgerzentrum ist geschlossen, und auch unter den strengen Regeln wäre das Café nicht möglich“, sagt sie.

Die abgesagte Seniorenfeier hat die Gemeinde Remlingrade-Dahlerau mit einer kreativen Lösung aufgefangen. „Wir haben Tüten an 250 Senioren verteilt, die einen Weihnachtsgruß und Gebäck enthalten, das Frauen und Konfirmanden aus der Gemeinde gebacken haben“, sagt Petra Basener aus dem Gemeindeamt. Diese weihnachtlichen Grüße wurden bereits verteilt.

Die lutherische Kirchengemeinde kompensiert die ausbleibenden Seniorennachmittage mit Andachten in der Kirche. An vier Nachmittagen, jeweils um 15 Uhr, finden Andachten mit Musik, Gedichten und Geschichten in der Kirche an der Burgstraße statt. Geplant ist außerdem eine offene Kirche im Advent. An der Burgstraße ist die Weihnachtsgeschichte kreativ an mehreren Stationen dargestellt. Start ist am 3. Advent nach dem Gottesdienst.

An Weihnachtsschmuck sparen die Gemeinden in Radevormwald allerdings nicht. Die katholische Kirchengemeinde St. Marien baut ihre große Krippe am 18. Dezember auf. Die Kirchen werden wie gewohnt mit großen Bäumen geschmückt.