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Admiral a. D. Manfred Nielson zu Gast in Radevormwalder Bürgerhaus

Vortrag in Radevormwald : Ein Admiral im Rader Bürgerhaus

Manfred Nielson erklärte auf Einladung der JU seine Sicht der internationalen Lage. Sorge macht dem NATO-Commander im Ruhestand unter anderem Deutschlands Rückstand bei Digitalisierung.

Admiral a.D. Manfred Nielson kam auf Einladung der Jungen Union Radevormwald am Mittwochabend ins Bürgerhaus, um über die aktuellen und künftigen Herausforderungen für Deutschland zu sprechen. Der Admiral, der zuletzt Commander im NATO-Hauptquartier in Norfolk, USA, war und 1973 in die Bundesmarine eingetreten ist, hat im höchsten Dienstgrad gedient. Er hat von 1997 bis 2019 mit allen Verteidigungsministern Deutschlands zusammengearbeitet und durch seine Arbeit in den USA einen Blick von außen auf Deutschland gewonnen. Seine Sicht auf sein Heimatland teilte er innerhalb des Werkstattgesprächs zur Außen- und Sicherheitspolitik.

Die Werkstattgespräche hat JU-Vorsitzender Dejan Vujinovic zusammen mit Jens Nettekoven, Landtagsabgeordneter der CDU ins Leben gerufen. „Diese Veranstaltungsreihe beschäftigt sich nicht mit Kommunalpolitik, sondern holt globale und europäische Themen nach Radevormwald“, sagt Vujinovic.

„Deutschland ist im Ausland noch hoch angesehen und wird für seine Verfassung, das Gesundheitssystem und die soziale Marktwirtschaft bewundert. Allerdings hinkt das Land auch in einigen Bereichen hinterher. Die Gretchenfrage ist, ob wir für Veränderungen bereit sind oder ob wie sie verschlafen werden“, sagt Admiral Nielson. Er nahm am Mittwoch Bezug auf die Digitalisierung und die technische Entwicklung Deutschlands, die Ländern, wie Amerika oder China hinterher hinke. „Deutschland verschläft die Zukunft. Es fehlen politische Antworten auf angespannte Sicherheitslagen und auf technologische Zukunftstrends, wie die militärische Nutzung von digitaler Intelligenz.“

Manfred Nielson kritisiert „ungesundes Halbwissen, Hektik und Ratlosigkeit“ in Krisen, wie der aktuellen Pandemie. Auch die Zukunft der Bundeswehr sieht er mit Sorge. „Was ist die Kernaufgabe der Bundeswehr in Deutschland? Dieser Frage wird in Deutschland immer wieder ausgewichen. Außerdem hat die Bundeswehr ohne die Wehrpflicht Nachwuchsprobleme. Wir haben nicht genug einsatzbereite Kräfte.“

Die Corona-Krise hat aus der Sicht des Admirals im Ruhestand außerdem aufgedeckt, wie Deutschland bei der Digitalisierung hinterher hinkt. „Das ist für ein Industrieland inakzeptabel“, sagt Manfred Nielson. Er setzt seine Hoffnungen in die junge Generation, damit Deutschland die greifbaren technischen Entwicklungen nicht verschläft und „eigene Visionen“ entwickelt. Seine Zuhörer inspirierte Manfred Nielson zum Umdenken und für die Neugier auf junge Technologien.