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Radevormwald: 4000 Karten fürs Krankenhaus

Radevormwald : 4000 Karten fürs Krankenhaus

Die Resonanz auf die Aktion des Fördervereins der Johanniter-Klinik war enorm: Bis gestern konnten die Bürger ihre Meinung zum geplanten Verkauf sagen. Jetzt werden die Karten ausgehängt und ausgewertet.

Ein großes "Band der Solidarität" will der Förderverein des Johanniter-Krankenhauses knüpfen. Dafür ließ er "Grüne Karten" verteilen, auf denen die Radevormwalder ihre Wünsche für den künftigen Träger der Klinik formulieren durften. Das Band wird riesig, denn nach ersten Schätzungen haben 3000 bis 4000 Bürger eine Karte ausgefüllt, sagt der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Ralph Bültmann.

Sammeln und auswerten

Die Ankündigung des Johanniter-Ordens, das Krankenhaus an der Siepenstraße verkaufen zu wollen, mobilisiert die Massen. Bis gestern Abend durften die Menschen eine Karte ausfüllen. Jetzt werden alle Karten gesammelt und ausgewertet. "Ab Montag hängen wir einen Teil in den Schaufenstern der Innenstadt auf, der Rest wird ausgewertet", sagt Bültmann. Hiermit wolle der Förderverein dokumentieren, wie viele Menschen mitgemacht haben und ein Zeichen setzen wollen. Mitarbeiter der Sparkasse werden sich ab 28. November mit der Auswertung beschäftigen.

Tendenz: Die meisten Radevormwalder haben auf die Aussage "Wir wünschen uns vom künftigen Träger des Krankenhauses, dass..." alle drei Alternativen angekreuzt: Sie wünschen sich, dass die wohnortnahe medizinische Grundversorgung gewährleistet bleibt, dass sich der neue Träger mit seinen Fachabteilungen optimal auf die Bedürfnisse der Region einstellt und dass er örtliche Gesundheitsdienstleister vernetzt.

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An neuen Träger übergeben

Einige haben zusätzliche Vorschläge und Wünsche aufgeschrieben, mit denen sich Bültmann aber noch nicht beschäftigt hat. "Nach der Auswertung stellen wir die Informationen zusammen, wollen sie öffentlich machen, den Johannitern und eventuell auch dem neuen Träger übergeben", sagt Bültmann.

Er wertet die Aktion mit den grünen Karten als "großen Erfolg". Das sei eine klare Ansage der Radevormwalder für ihr Krankenhaus. Auch in persönlichen Gesprächen seien die Rückmeldungen positiv gewesen. Vielen sei es wichtig gewesen, ein klares Zeichen zu setzen und sich zu positionieren. "Viele haben sich gefreut, dass sie dazu mit den Grünen Karten auch die Möglichkeit bekommen haben", sagt er. Natürlich schwinge in den Meinungen immer auch der Zweifel mit, ob man denn überhaupt eine Einflussmöglichkeit habe, "aber wir wollten einfach nur eine klare Meinung einholen", sagt Bültmann. Denn die Entscheidung der Johanniter, das Krankenhaus zu verkaufen, stoße bei den Radevormwaldern noch immer auf völliges Unverständnis.

Bültmann kündigte im BM-Gespräch an, dass der Förderverein weiterhin um eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung in Radevormwald kämpfen werde.

(RP)