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40-jähriger Radevormwalder wird zu einer Geldstrafe 1200 Euro verurteilt

Radevormwalder pocht auf Gültigkeit : Ohne gültigen „Lappen“ erwischt

40-jähriger Radevormwalder wird zu einer Geldstrafe 1200 Euro verurteilt.

Mit öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln steht ein 40-jähriger Radevormwalder ganz offensichtlich auf Kriegsfuß. In seinem Vorstrafenregister taucht „Schwarzfahren“ wie auch das Erschleichen von Leistungen gleich mehrfach auf. Nach der jetzigen Gerichtsverhandlung am Wipperfürther Amtsgericht kommt nun noch eine Geldstrafe für das Fahren ohne Führerschein hinzu.

Die Polizei hatte den dreifachen Familienvater aus Aserbaidschan im Dezember 2018 auf der Rader Straße in Remscheid kontrolliert, als er am Steuer eines Pkw unterwegs war. Einen Führerschein konnte er jedoch nicht vorzeigen. „Den habe ich verloren“, gab der Angeklagte an. Trotz der Verwarnung durch die Polizisten hatte er seine Fahrt nur 15 Minuten später fortgesetzt und wurde dabei erneut erwischt.

Bei der ersten Gerichtsverhandlung vor zwei Monaten zeigte sich der Radevormwalder wenig kooperativ. Er gab an, seinen Führerschein in Litauen erworben und nun verloren zu haben. Das Gericht entschied sich für eine Auskunft bei den litauischen Behörden, die jedoch angaben, dass kein Führerschein für diese Person registriert sei. Der Richter zog daraus seine Schlüsse: „Entweder es liegt ein Irrtum vor, oder Sie haben einen Führerschein bekommen, der nicht echt ist“, sagte er bei der zweiten Verhandlung.

Der Verteidiger plädierte darauf, dass der Angeklagte nicht wissen könne, ob sein Führerschein in Deutschland gültig sei oder nicht. „Mein Mandant hat schon einmal ein einmonatiges Fahrverbot erhalten und danach seinen Führerschein ohne Beanstandung zurückbekommen“, berichtete der Anwalt.

Für den Richter war das kein Beweis für die Gültigkeit des Dokuments. „Das Straßenverkehrsamt kann eine gute Fälschung nicht erkennen“, betonte er. Eine Überprüfung des Führerscheins sei jetzt nicht mehr möglich, da der Angeklagte das Dokument als verloren gemeldet habe. Zudem müsse der Führerschein da ausgestellt werden, wo der Hauptwohnsitz ist. Und das sei bei dem 40-Jährigen seit 1994 Deutschland.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten für das fahrlässige Fahren ohne Führerschein zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 40 Euro, somit also zur Zahlung von 1200 Euro. Auf eine Sperrfrist verzichtete der Richter. „Ich will Ihnen keine Hindernisse in den Weg legen, einen neuen Führerschein zu machen“, erklärte er. Klar sei jedoch, dass der Verurteilte sich bei einer deutschen Fahrschule anmelden muss, sollte er auch zukünftig ein Auto fahren wollen. „Beim nächsten Mal kann man Ihnen keine Fahrlässigkeit mehr unterstellen“, warnte ihn der Richter nach der Urteilsbegründung.