27-Jähriger aus Radevormwald verkaufte LSD

Amtsgericht Wipperfürth : 27-Jähriger gesteht den Verkauf von LSD

Der Angeklagte kam mit einer Geldstrafe von 600 Euro davon. Der Richter warnte ihn: Bei einem weiteren Verstoß werde er nicht so glimpflich davon kommen.

Mit einer Geldstrafe von 600 Euro kam ein 27-jähriger Radevormwalder davon, der im April 2018 in der Rader Innenstadt zwei mit LSD getränkte Pappen für 20 Euro verkauft hatte. LSD ist ein synthetisch hergestelltes Halluzinogen. Um „verträgliche“ Konzentrationen zu erreichen, wird LSD in Wasser gelöst. Auf den Schwarzmarkt gelangt es meist in Form von Löschpapier- oder Filzplättchen, die sogenannten Pappen, die mit LSD-Lösung getränkt sind. Auf jedem Plättchen sind 20 bis 100 Mikrogramm LSD enthalten.

Vor dem Richter am Wipperfürther Amtsgericht gab der 27-Jährige den unerlaubten Handel mit dem Betäubungsmittel sofort zu. „Ja, ich habe es ausgehändigt“, sagte der Angeklagte und fügte hinzu: „Ich bin aber auf dem besten Weg, mein Leben in den Griff zu kriegen.“ Seit einer Woche habe er einen Vollzeit-Job und auch sein Strafregister wies keine Einträge auf. Wohl aber hatte der Angeklagte gerade erst die Geldstrafe aus einer vorherigen, gegen Auflage eingestellten Verhandlung abgestottert.

Zu Gute hielt das Gericht dem Angeklagten, dass er mit seiner Einlassung dem Zeugen die Aussage erspart hatte. Der Käufer des Bestäubungsmittels hatte offensichtlich Angst davor, gegen seinen ehemaligen Drogenhändler auszusagen. „Sie haben mit ihrem Geständnis dem Zeugen die Vernehmung erspart, worüber dieser auch sehr erleichtert war“, sagte der Richter, nachdem er den Zeugen auf dem Flur vor dem Gerichtssaal die Nachricht mitteilte und ohne Vernehmung entließ. Zudem sei dem Käufer das LSD, welches er zusammen mit einer Freundin eingenommen hatte, nicht gut bekommen. „Der Konsum endete mit einem Aufenthalt in der Klinik in Marienheide“, berichtete der Richter. Der Zeuge sei dem Gericht zudem bekannt. Er war bereits mehrfach wegen Drogenmissbrauchs aufgefallen. „Sie haben ihn also nicht zum Drogenkonsum verführt“, sagte der Richter zum Angeklagten.

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Für den unerlaubten Verkauf von Betäubungsmitteln sieht das Gesetz eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor. Staatsanwältin und Richter hielten eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 20 Euro für angemessen. Dennoch mahnte der Richter den Verurteilten vorsorglich: „Beim nächsten Mal werden Sie nicht ganz so mild davonkommen.“