Radevormwald: 1,5 Millionen reichen nur für das Nötigste

Radevormwald: 1,5 Millionen reichen nur für das Nötigste

Fast 30 Jahre ist der Baukörper des "life-ness" inzwischen alt. Da muss investiert werden, um die Substanz zu erhalten. Ein Gutachter soll jetzt Ideen erarbeiten und Vorschläge für Um- oder Neubauten entwickeln.

Angedeutet hatte Bäder-Manager Ronald Eden notwendige Investitionen bereits im Spätsommer. Jetzt hat er die Bereiche angesprochen, die saniert oder verändert werden müssten. Veranschlagt sind derzeit 1,5 Millionen Euro - 900.000 Euro aus einer Förderung durch das Integrierte Handlungskonzept Innenstadt II (INHK II) und 600.000 Euro durch einen städtischen Beitrag als Durchreiche-Darlehen über zehn Jahre mit jeweils 60.000 Euro.

Eden erklärte auf Nachfrage aus dem Ausschuss, dass die 1,5 Millionen Euro wahrscheinlich nicht ausreichen, man sich aber nach derzeitiger Planung erst einmal darauf beschränken müsste. Eden erklärte den Ausschussmitgliedern, dass die Arbeiten am "life-ness", früher "aqua fun", 1988 begonnen haben, die Substanz im Altbestand des Gebäudes damit 30 Jahre alt ist. "Und nach 30 Jahren muss etwas getan werden", sagte der Bäder-Manager. Über Sanierungen im Altbestand war auch bereits beim Umbau vor zehn Jahren gesprochen worden. Damals wurden weitere Kosten aber abgelehnt. Den genauen Bedarf soll jetzt ein Gutachter ermitteln.

Jetzt sieht Eden einen ersten Handlungsbedarf am großen Sportbecken und am Mehrzweckbecken. Beide müssten getrennte Wasserkreisläufe haben, damit die Temperaturen separat geregelt werden könnten. Ein Sportbecken brauche 24 bis 28 Grad, ein Mehrzweckbecken etwa 30 bis 31 Grad. Auch aus baulichen Gründen sieht Eden Handlungsbedarf. So müsse für beide Becken in die Entwässerungstechnik investiert werden, im Sportbecken zusätzlich in die Ablaufrinnen. Nachgedacht werden soll auch über Edelstahl- oder Flieseneinsatz am Beckenrand. "Auch die Durchströmung des Beckens muss verbessert werden", fordert Eden.

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Für das Mehrzweckbecken, das in Radevormwald als Doppelbogen gestaltet ist, sieht die Badleitung einen dringenden Handlungsbedarf. Dabei berichtete Eden von zwei Alternativen. Der Bau eines rechteckigen Mehrzweckbeckens könne auf der jetzigen Fläche vorgenommen werden, "allerdings als Bauen im Bestand". Der zweite Weg wäre ein Anbau mit einem Mehrzweckbecken an der Carl-Diem-Straße. Der Gutachter soll prüfen, ob ein Anbau günstiger ist oder ein Ersatz an alter Stelle. Bei einem Anbau könnte an der alten Stelle der Rehabereich erweitert und zusätzlich Platz für Personal geschaffen werden. Wichtig ist der Neubau, weil auch die Barrierefreiheit im Badbereich damit erreicht werden soll und muss. Aktuell gibt es vier Stufen zwischen dem Sport- und dem Mehrzweckbecken zu überwinden.

Klagen sind auch über die Umkleidebereiche gekommen. Dieses Thema ist seit der Eröffnung aktuell. In einem Anbau könnte auch ein getrennter Eingangsbereich fürs Vereins- und Schulschwimmen geschaffen werden. Zu "Damenbesuch" in den Herrenumkleiden sagte Eden, dass er derzeit nur weibliche Reinigungskräfte habe. Ein Problem gebe es beim Schulschwimmen, wenn nur weibliche Betreuungskräfte die einzelnen Klassen begleiten würden. "Da hätten wir später eine sehr gute Verbesserung", sagte der Bäder-Manager.

Da der Umbau ein Projekt als Teil des INHK II wäre, werden auch die Bürger in einer Veranstaltung mit einbezogen. "Das haben wir auch bei der Sauna-Erweiterung 2012 so gemacht und war ein Erfolg. Wir brauchen die Akzeptanz der Bürger als Kunden", sagte Eden.

(RP)