Neuss: Zwischen Tiermedizin und Heilpraktik

Neuss: Zwischen Tiermedizin und Heilpraktik

Tierarzt Eugen Schabel wendet sogenannte Energietherapien auch bei Tieren an. Deren Wirksamkeit ist wissenschaftlich noch nicht belegt.

Als Kitty mit ihren Besitzern vor knapp einem Jahr zum ersten Mal in diese Neusser Tierarztpraxis kam, glich sie einem Häufchen Elend. Abgemagert und von Gelbsucht geplagt, hatte der Haustierarzt in der Heimatstadt Bochum der 13 Jahre alten Katze keine großen Überlebenschancen ausgerechnet. "Das wollten wir so nicht hinnehmen", betont Tiervater Peter Liese. Also kamen sie mit Kitty nach Neuss zu Tierarzt Eugen Schabel, den ihnen Bekannte empfohlen hatten. Schabel verbindet die klassische Tiermedizin mit sogenannten komplementär-biologischen Diagnostik- und Therapiemethoden. Er setzt auch auf alternative Heilverfahren. Kitty wurde das Leben gerettet.

Als einer der ersten Tierärzte in Deutschland nutzt Eugen Schabel die Vitalfeld-Technologie, die auch bei Menschen angewandt wird, für seine vierbeinigen Patienten. "Das Messsystem hat eine physikalische Grundlage. Es hilft mir, die energetischen Zustände des Körpers zu analysieren und herauszufinden, ob der Körper und das sogenannte Vitalfeld, die ,Steuerungsebene' des Organismus, gut zusammenspielen." Schabel ist überzeugt davon, auch wenn er sich als Veterinär auf nahezu neuem Terrain bewegt. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main gibt sich zurückhaltend. "Wir haben noch keinerlei evidenzbasierte Informationen über den Einsatz der Vitalfeld-Technologie in der Veterinärmedizin", erklärt eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.

Kitty lässt den achtminütigen Diagnose-Scan gelassen über sich ergehen. Die Elektroden an ihrem Körper übermitteln ihrem Tierarzt alle nötigen Parameter. "Kitty hat zum Beispiel einen Energiemangel und viele Entzündungen im Körper", sagt der Arzt. Dann wählt er Programme aus, die gezielte Impulse mit unterschiedlicher Intensität und rhythmischen Veränderungen auf den Körper einwirken lassen. "Die Behandlung stellt die passende energetische Unterstützung für den Organismus zur Verfügung."

Nicht nur Kittys Besitzer setzen auf die Therapie - inzwischen kommen Hunde- und Katzenhalter aus ganz Deutschland nach Neuss. Viele haben neben ihren Haustieren die Hoffnung auf eine erfolgreiche Behandlung im Gepäck. Eugen Schabel bildete sich von Anfang an weiter: "In den ersten Jahren meiner Assistenztätigkeit wurde mir klar, dass es für mich mit dem Wissen und Können der wissenschaftlichen Tiermedizin eben nicht möglich ist, Tieren und ihren Besitzern optimal zu helfen." Laut eigenen Angaben ist er inzwischen in der Lage, die Ursachen bei chronisch-degenerativ verlaufenden Krankheiten zu finden und zu behandeln. Schabel und sein Team führen daher auch Spezialverfahren wie die Bioresonanztherapie durch.

Schabels Motto lautet: "So viel sanfte Medizin wie möglich, so viel symptomatische Medizin wie nötig." Mit der Diagnose-Technologie will der Tierarzt demnächst auch Menschen helfen. Deswegen kündigt er an, mit einem Heilpraktiker kooperieren zu wollen.

(NGZ)