Zwischen Düsseldorf und Neuss: Bahnstrecke wird vorübergehend gesperrt

Zwischen Düsseldorf und Neuss : Bahnstrecke wird vorübergehend gesperrt

Bahnreisende müssen im April und Mai auf der Strecke zwischen Düsseldorf und Neuss Hauptbahnhof mit Einschränkungen rechnen. Ein Überblick.

Bahnreisende, die zwischen Neuss und Düsseldorf pendeln, müssen sich ab April auf größere Einschränkungen im Schienenverkehr einstellen. Der Grund dafür sind umfangreiche Bauarbeiten. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, wird es vom 13. April, 2 Uhr, bis 24. April, 4.10 Uhr, sowie vom 8. Mai, 16 Uhr, bis 9. Mai, 4 Uhr, eine „Totalsperrung zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Neuss Hauptbahnhof“ mit Umleitungen und Schienenersatzverkehr geben. „Vom 24. April, 4.10 Uhr, bis 8. Mai, 16 Uhr, können während der Bauarbeiten die meisten Züge über die S-Bahn-Gleise geführt werden“, erklärt der Bahnsprecher.

Insgesamt pendeln täglich 15.049 Menschen aus Neuss zu Arbeitsplätzen in Düsseldorf. Das geht aus der Studie „Wo(hin) die Arbeit ruft“ hervor, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein Ende Januar vorgelegt hat. Hinzu kommen täglich 7101 Personen, die in Düsseldorf wohnen und zur Arbeit nach Neuss pendeln. Viele Berufspendler nutzen die Bahn und müssen sich angesichts der Baumaßnahme auf längere Fahrtzeiten einstellen – oder auf andere Verkehrsmittel wie das Auto umsteigen. Das bedeutet, dass auch mit volleren Straßen gerechnet werden muss.

Hintergrund für die Einschränkungen im Schienenverkehr ist der Neubau eines Regionalbahnsteigs in Düsseldorf-Bilk. Die erste Bauphase hat im Februar begonnen, die zweite startet im April. Geplant ist, neben dem S-Bahn-Haltepunkt in Bilk einen Regionalhalt einzurichten. Damit sollen Reisende in Zukunft von dort aus direkt mit Zügen des Regionalverkehrs in Richtung Grevenbroich, Dortmund, Aachen oder Venlo fahren können. Außerdem soll die Anbindung an die sogenannte Wehrhahnlinie optimiert werden. Die Carlstadt, Bilk-Süd mit der Uniklinik und der Hafen sollen dann schneller mit dem Zug erreicht werden können. Der neue Bahnsteig wird auf einer Länge von 215 Meter errichtet. Insgesamt soll das Projekt in fünf Bauphasen realisiert werden. Die Bahn rechnet mit einer Gesamtbauzeit von zwei Jahren. Unter anderem werden Stützwände errichtet, rund 2250 Meter Gleis und neun Weichen werden neu gebaut beziehungsweise verlegt. Außerdem müssen 46 Oberleitungsmasten erneuert, die Leit- und Sicherungstechnik muss angepasst werden.

Ab April gehen die Bauarbeiten in die Vollen. Bislang wurden zum Beispiel Kabeltiefbauarbeiten verrichtet und Kampfmittelsondierungen an den künftigen Signalstandorten beziehungsweise Standorten der Oberleitungsmasten durchgeführt. „Im Rahmen der Bauphase 2 werden drei Weichen verschoben beziehungsweise neu eingebaut inklusive der zugehörigen Gleisentwässerung, und die Oberleitungsanlage wird erneuert“, erklärt der Bahnsprecher. Zudem soll der Baubeginn für zwei Regenrückhaltebecken erfolgen. „Weiterhin werden die Kabeltiefbauarbeiten fortgeführt und die notwendigen Anpassungen an der Signalanlage erfolgen.“

Für die Zeit der Totalsperrung und der Einschränkungen erarbeitet der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) ein Ersatzkonzept. „Derzeit wird das Konzept noch feingeschliffen“, erklärt VRR-Sprecher Dino Niemann. In Kürze soll es vorgelegt werden.

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