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„Zurückhaltender Kontakt“ zwischen Neuss und Pskow

Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft : „Zurückhaltender Kontakt“ zwischen Neuss und Pskow

Die Städtepartnerschaft wurde kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ruhend gestellt. Abgebrochen ist der Kontakt deswegen aber nicht, wenngleich der Austausch „zurückhaltend“ geworden ist, wie Wolfgang Spangenberger als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Neuss-Pskow sagt.

Telefonischen Kontakt habe es zuletzt vor einem Monat gegeben, sagt Wolfgang Spangenberger, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Neuss-Pskow. Seine Frau stünde jedoch nach wie vor in engem Austausch mit ihrer Familie vor Ort und sei vor den Sommerferien zuletzt in Russland gewesen.

Auch Spangenberger hatte sich eigentlich vorgenommen, in diesem Jahr nach Pskow zu reisen (sein entsprechendes Visum ist noch gültig), aktuell sei es aber „fast unmöglich“, mit dem Flugzeug dort hin zu gelangen. Der letzte Kontakt nach Russland Spangenbergers hatte vor allem einen Grund. Auch in diesem Jahr möchte der Verein es ermöglichen, dass Studenten (in der Regel angehende Lehrer) aus Pskow in die Quirinusstadt reisen, um dort für einen Monat an Schulen zu hospitieren. Das sei auch auf der jüngsten Mitgliederversammlung deutlich geworden. Als „nicht uninteressant“ bezeichnet Spangenberger die Möglichkeit für die Studenten, sich ein Bild von Deutschland und dem Umgang hierzulande mit dem russischen Angriffskrieg zu bilden. „In Russland ist die Berichterstattung eine andere“, spielt der Vereinsvorsitzende auf die auf Hochtouren laufende Propaganda-Maschinerie unter Putin an. Ob der Besuch in Neuss aber tatsächlich realisiert werden kann, ist wegen Problemen mit den Ausstellungen der Visa aber fraglich. Spangenberger möchte deshalb zeitnah ein Schreiben an das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg aufsetzen.

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Kurz nach dem Angriff auf die Ukraine hatte der Verein eine emotionale Botschaft gesendet und deutlich gemacht, dass Städtepartnerschaften grundsätzlich einen wichtigen Beitrag leisten, um zwischenmenschliche Begegnungen und vielfältigen, kulturellen Austausch zu ermöglichen. „Wie soll dies in dieser Zeit noch gelebt werden?“, fragte Spangenberger. Eine Städtepartnerschaft lebe von dem gegenseitigen Miteinander, helfe dabei, Grenzen zu überwinden, Vorurteile abzubauen und gegenseitigen Respekt aufzubauen. Aus Sicht der Vereins bleibt die Hoffnung, dass dieser Respekt einen Ausdruck findet, der zu Dialog und friedvollem Miteinander zurückführt. Darum wollen die Mitglieder die Kontakte nach Pskow weiterhin halten.