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Neuss: Zur Party ins Museum

Neuss : Zur Party ins Museum

Die Langen Foundation ist nicht nur ein Geheimtipp für Kunstliebhaber, sondern auch ein Ort für Firmen-Events und private Veranstaltungen. Dafür gab es jetzt den ersten Platz beim Location Award, Kategorie "Design Location".

Die Gänge sind lang und schmal. Wer an sein Ziel gelangen möchte, der muss erst gehen und dann hinabsteigen. 2004 wurde das Ausstellungshaus aus Beton, Glas und Stahl nach Plänen des japanischen Architekten Tadao Ando auf der ehemaligen Nato-Basis eröffnet. In Auftrag gegeben hatte es Marianne Langen, um dort die Kunstwerke auszustellen, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Viktor erworben hatte.

Bereits während der Bauphase hatte Enkelin Karla Zerressen die Idee, den außergewöhnlichen Komplex nicht nur als Museum zu nutzen, sondern auch als Ort, an dem Menschen aus ganz anderen Gründen zusammenkommen können, nämlich um zu feiern.

"Bei uns wird wirklich zwischen den Kunstwerken gefeiert, nicht wie beim vielen anderen Museen im Foyer", sagt die Eventmanangerin. Daher hat die 40-Jährige es in den vergangenen Jahren auch nur drei Mal zugelassen, dass die Bilder abgehängt wurden, so als zum 50-jährigen Bestehen des Modeunternehmens Marco Polo ein Laufsteg aufgebaut wurde, an dessen Ende eine Bühne stand, auf der Brian Ferry auftrat.

"Ich lege schon Wert darauf, dass unsere Kunden einen Bezug zur Kunst haben", sagt Karla Zerressen, die zuvor für Eventagenturen in London und Düsseldorf gearbeitet hat. Mercedes, BMW, VW, Vodafone, Esprit gehören zu den Kunden, die die besondere Atmosphäre der Langen Foundation zu schätzen wissen — und zwar nicht nur die Räume "Moderne 1, Moderne 2 und Moderne 3" sowie den Japanraum, sondern auch das weitläufige Außengelände, einschließlich des Teichs, auf dem das Unternehmen Lanxess auch schon einmal ein Ballett auftreten ließ.

Doch auch Hochzeiten oder Weihnachtsfeiern finden im "Ando-Bau" statt. Karla Zerressen ermöglicht viel, wenn es um die Wünsche der Kunden geht. Doch einiges geht nicht, zum Beispiel ein Auto im Gebäude zu platzieren. Strengstens verboten ist Rauchen. "Auch ein Indoor-Feuerwerk konnte ich nicht genehmigen", sagt sie lachend. "Live-Cooking" sei ebenfalls tabu. Ansonsten gibt es aber keine Regeln für die Verköstigung der Gäste.

"Wir können immer Caterer und Techniker nennen, mit denen wir zusammenarbeiten", so Zerressen. Sehr wichtig bei Veranstaltungen sind aber auch die "hauseigenen" Mitarbeiter, die darauf achten, dass die Sicherheitsabstände zu den Kunstwerken eingehalten werden. "Wir verabreden auch immer, wer welches Kunstwerk im Falle eines Feuers rettet", verrät sie augenzwinkernd.

Stolz nahm sie vor drei Wochen den Location Award in der Kategorie "Design Location" in Berlin entgegen. 281 Bewerbungenwurden durch ein Online-Votum auf 30 reduziert. Dann entschied eine Jury. Die Langen Foundation verwies das Uptown München und das Sony-Center Berlin auf die Plätze 2 und 3.

(NGZ/rl)