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Neuss: Zur HipHop-WM nach Paris

Neuss : Zur HipHop-WM nach Paris

Alberto und Ronaldo Kanga haben sich viel vorgenommen: Sie wollen sich für das Finale der WM im Urban Dance in Paris qualifizieren. Mehr als 50 junge Tänzer aus Neuss werden sie begleiten und anfeuern.

Seit zwei Wochen trainieren sie in der Alten Post — die Brüder Alberto (23) und Ronaldo (22) Kanga, die sich am kommenden Sonntag im Düsseldorfer tanzhaus nrw für die deutsche Vorentscheidung zur aktuellen Weltmeisterschaft der Urban-Dance-Szene angemeldet haben. Die beiden Tänzer bringen die besten Voraussetzungen mit, sind sie doch Vizemeister in der Kategorie "Housedance" und haben es im vergangenen Jahr bis ins Finale der Vorentscheidungen geschafft.

Dieses Jahr wollen sie natürlich mehr erreichen. Ihr Ziel ist es, in die Finalrunde am 11. März in Paris zu kommen und dort bei der WM für Deutschland anzutreten. Ein kleines Hintertürchen bleibt dabei auch dann geöffnet, wenn sie in Düsseldorf die Qualifikation nicht schaffen: Sie können dann immer noch nach Paris reisen, um sich am Vortag des Finales dort in einer erneuten Qualifikationsrunde zu beweisen.

Vor mehr als 14 000 Zuschauern

Zur Unterstützung der beiden Tänzer reisen aus Neuss 51 junge Tänzer mit nach Paris. Für die Reise wurde extra ein Reisebus gemietet und ein halbes Hotel in Paris nur für Neusser. Organisiert hat das alles Hamdi Berdid, den man trotz seines jugendlichen Alters von Ende 20 fast als Vater der Neusser HipHop-Szene bezeichnen könnte. Er hat die bejubelten und prämierten "Musterkanaken" in der Alten Post geführt, ist mittlerweile für den HipHop-Tanzbereich dort zuständig.

Berdid reist schon seit 2004 zur WM nach Paris, "anfangs in einer kleineren Truppe", erzählt er lachend, aber damals war die WM für die nicht vereinsgebunden Underground-Tänzer, die in Zwei-gegen-zwei-Battles antreten, auch fast noch ein Geheimtipp, der sich immerhin unter 800 Zuschauern herumgesprochen hatte. Im vergangenen Jahr kamen 14 800, die die rund 2000 Tänzer anfeuerten. "Inzwischen findet die WM in einer großen Halle statt und wird in Frankreich im Fernsehen auch live übertragen", sagt Berdid. Organisiert wird das Ganze von Bruce Ykanji, seinerseits eine internationale Größe der Szene; er war auch schon mehrfach bei Battles in Neuss als Juror dabei

Die Kanga-Brüder reisen nicht ohne offizielle Unterstützung, denn der Leiter des Kulturamtes, Harald Müller, weiß um die Bedeutung des Wettkampfes für die professionelle HipHop-Szene und hat den Neussern bei der Organisation der Reise nach Paris finanziell unter die Arme gegriffen.

Alberto und Ronaldo Kanga müssen sich nicht vor der Konkurrenz fürchten, denn die beiden gehören zu den besten Tänzern in Deutschland. Zusammen mit ihrer Crew "Fusion Art" konnten sie unzählige Battles sowohl national als auch europaweit gewinnen. Zudem sind die Brüder auch regelmäßig bundesweit als Dozenten für Workshops und Juroren für andere Battles unterwegs.

Ihren ersten Auftritt in Neuss haben sie mit Berdids "Musterkanaken" gehabt. Der Ältere der Kangas, Alberto, hat den jüngeren Ronaldo mit seiner Tanzbegeisterung angesteckt; schon als 14-Jähriger hat er zu tanzen begonnen, mit 17 die ersten Battles getanzt. Das blieb nicht ohne Einfluss auf den Jüngeren — Ronaldo begann ebenfalls zu tanzen, ist heute auch Vorsitzender des vor gut einem Jahr gegründeten HipHop-Ensembles "Funk La Society". Beide gehören mit Berdid auch dem Vorstand des Vereins "Kubid" an, leiten Kurse in der Alten Post und studieren noch: Ronaldo Wirtschaftsingenieurwesen und Alberto Wirtschaftsinformatik.

(NGZ/rl)