Neuss: Zukunft des Greyhound ist weiter ungewiss

Neuss : Zukunft des Greyhound ist weiter ungewiss

Die Stadt hat in der Nähe des Schulzentrums Weberstraße ein Ladenlokal angemietet. Vorerst soll es das Greyhound nicht ersetzen.

Immer weniger Jugendliche finden den Weg ins Café Greyhound am Neusser Hafen. Kein Wunder: Durch das neue Kopfgebäude ist das Jugendzentrum so zugebaut worden, dass es im Straßenbild kaum noch wahrgenommen wird. Davor war der Zugang durch die langen Bauarbeiten nur schwer möglich.

Foto: Hammer, Linda (lh)

"Die Besucherzahlen des Greyhound sind rückläufig", berichtete Sozialdezernent Stefan Hahn gestern dem Jugendhilfeausschuss. Er beruhigte jedoch die Ausschussmitglieder: Eine Entscheidung über den Fortbestand des Jugendzentrums an der Batteriestraße stehe derzeit noch nicht an. Und das obwohl die Verwaltung an der Bergheimer Straße, in direkter Nähe zum Schulzentrum Weberstraße, ein Ladenlokal angemietet hat. Genau dort vermutet das Jugendamt die Zielgruppe des Greyhound, eine Verlagerung dorthin war bereits diskutiert worden.

"Wir wollen dort zunächst eine weitere Anlaufstelle schaffen", sagte Ann Christin Kaup, zuständige Mitarbeiterin im Jugendamt. Zunächst soll dieses Jugendcafé, für das derzeit eine ehemalige Eisdiele umgestaltet wird, für 25 Stunden pro Woche öffnen. Genaue Uhrzeiten sind noch nicht festgelegt worden.

Außerdem soll der neue Standort die Basis für eine groß angelegte Umfrage sein. Mit Interviews möchte das Jugendamt die Wünsche der jungen Besucher abfragen. "Damit wollen wir evaluieren, worauf die Jugendlichen Wert legen und wo sie gerne einen Anlaufpunkt hätten", sagte Kaup. Umgesetzt werde das neue Jugendcafé an der Bergheimer Straße mit Personal aus dem Greyhound. "Wir verlagern die offene Jugendarbeit in Richtung Schulzentrum, die Projektarbeit bleibt am alten Platz", sagte Kaup.

Auf Skepsis stieß das Vorhaben gestern bei SPD und Grünen. SPD-Ratsfrau Claudia Föhr bezweifelte, dass auf der Fläche der recht kleinen Eisdiele alle Zielgruppen angemessen angesprochen werden können. "Da kommen Schüler im Alter von zehn bis 19 Jahren vorbei, die unterschiedliche Bedürfnisse haben, doch um darauf einzugehen, fehlt der Platz", meinte die Politikerin. Grünen-Sprecherin Susanne Benary-Höck mahnte die Verwaltung, mit der Zweiteilung des Greyhound nicht zu versuchen, an Personal zu sparen.

"Das darf kein verdeckter Stellenabbau sein", sagte Benary-Höck. CDU-Ausschussvorsitzender Thomas Nickel dagegen forderte die politische Runde auf, dem Vorhaben der Verwaltung auch Positives abzugewinnen. Immerhin werde dort nun etwas ausprobiert, was langfristig dazu beitragen könne, die Jugendarbeit näher an die Zielgruppe zu bringen. "Das war auch zu den Anfangszeiten des Greyhound der Fall, doch wenn sich die Zielgruppe nun woanders aufhält, müssen wir dem Rechnung tragen", sagte der CDU-Ratsherr. Er plädierte dafür, bei Bedarf auch in der Nähe des Schulzentrums neu zu bauen. "Wir müssen nicht krampfhaft am Greyhound festhalten", meinte Nickel. Eine Entscheidung über die Zukunft des Jugendzentrums ist für den Herbst geplant.

(NGZ)
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