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Neuss: Zuhause für bewegten Löschzug

Neuss : Zuhause für bewegten Löschzug

Seit Februar darf die Mannschaft vom Löschzug 19 die neue Wache schon benutzen, die offizielle Indienststellung erfolgte allerdings erst gestern. Sie beendet die Zeit der Provisorien, in denen der Zug seit Gründung leben musste.

Vom provisorischen Container in den modernen Neubau: So lässt sich die kleine Umzugsreise des Löschzugs Furth durch die Neusser Nordstadt beschreiben. Gestern Mittag übergab Bürgermeister Herbert Napp in der neuen Feuerwache offiziell den Schlüssel an Löschzugführer Wolfgang Thuir. Pfarrer Hans-Günter Korr segnete das Gebäude und erbat den Schutz des Heiligen Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehrleute.

2002 wurde der Löschzug Furth von Kameraden des Löschzuges Stadtmitte gegründet. Anstoß dazu gab der Brandschutzbedarfsplan, der eine Verbesserung der Situation in der Neusser Nordstadt aufzeigte. Seitdem ist "LZ 19" in Provisorien untergebracht. Erste Wache: ein Container und drei Parkplätze auf dem Gelände der Malteser an der Kaarster Straße. Zum Further Schützenfest musste die immer verlegt werden. Zweite Wache: ein ehemaliges Autohaus an der Wolberostraße. Das Gelände kaufte dann eine Supermarktkette auf. Drittes Provisorium: eine alte Tankstelle an der Ecke Gladbacher/Bataver Straße. "Es war ganz nett, aber wir mussten sogar ein Fahrzeug kleiner machen, da es sonst nicht in die Halle gepasst hätte", beschreibt Thuir den Zustand. Er ist seit 30 Jahren aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr und beschreibt die Odyssee des Zuges als einmalig: "Wir sind einfach ein bewegter Löschzug".

Sieben Jahre später, im Februar 2011, konnte dann endlich die vorerst letzte Station in der Umzugsgeschichte des Löschzuges 19 bezogen werden. Die neue Wache, gebaut mit Geld aus dem Konjunkturpaket II des Bundes, steht an der Osterather Straße und bietet vier Löschfahrzeugen sowie bis zu 60 Feuerwehrmännern und -frauen Platz. Das Gebäude ist aufgeteilt in zwei Bereiche — einmal für die Fahrzeuge und Gerätschaften und dann für die Feuerwehrleute. Der große Raum im ersten Stock mit Theke und angeschlossener Küche bietet eine angenehme Atmosphäre (in feuerwehrrot) für Schulungen und Lehrgänge. Darunter, im Erdgeschoss, befinden sich getrennte Umkleiden für Männer und Frauen, was in älteren Wachen keineswegs der Regelfall ist. Über den Luxus, eine komplette Umkleide für sich zu haben, freut sich die einzige Feuerwehrfrau des Zuges, Sabrina Blang. "Ansonsten werden überhaupt keine Unterschiede gemacht zwischen Frauen und Männern", sagt die 21-Jährige, die 2004 in der Jugendfeuerwehr angefangen hat. "Das Teamwork hat mir so gefallen, dass ich bis heute dabei geblieben bin". Diesen Teamgeist sieht auch Thuir als den Grund dafür an, dass der Löschzug trotz allem Hin und Her nicht zerfallen ist.

(NGZ)