Neuss: Zug des Grenadiersiegers kommt jetzt als Nummer zwei auf den Markt

Neuss: Zug des Grenadiersiegers kommt jetzt als Nummer zwei auf den Markt

Zwischen der Hochzeit seines Sohnes am Morgen und dem Tanz mit der Schwiegertochter am Abend moderierte Rainer Halm, Vorsitzender des Grenadierkorps, am Freitag noch dessen Mitgliederversammlung. Für ihn ist eine Korpsveranstaltung Pflicht und die Teilnahme Ehrensache - für die meisten der fast 1600 Grenadiere aber nicht. Ein Umstand, der den Vorstand zunehmend ratlos macht.

Das Fußballturnier mit Familienfest wurde 2017 ebenso mangels Masse abgesagt wie das Probemarschieren. Die Tradition des Herbstkorpsschießens gibt es ab diesem Jahr nicht mehr, doch auch an den Tagen der Wonne stehen immer weniger Grenadiere treu zur Fahne. Schriftführer Peter Orth monierte in seinem Jahresbericht vor 197 Teilnehmern im Marienhaus einen "mäßigen Besuch" der eigenen Züge beim Grenadierball und nannte es fragwürdig, dass nur 28 Züge (von fast 90) durch ihre Chargierten beim Krönungsball vertreten waren. Orth: "Gesprächsbedarf besteht."

Der Vorstand hält (noch) dagegen. Das verbliebene Frühjahrskorpsschießen wechselt vom Sonntag auf den Samstag und wird bei der Premiere am 14. April (ab 13 Uhr) mit einem Programm verknüpft, zu dem auch Frauen und Kinder eingeladen sind. Die Rolle des dann zu ermittelnden Korpssiegers soll zudem in der Form aufgewertet werden, dass sein Zug gleich nach dem Hauptmannszug mit der Nummer zwei auf den Markt kommt. Auch beim Thema Oktoberfest versucht das Korps einen Neustart. Ins Wies'n-Zelt soll es nun am Dienstag, 2. Oktober (und damit am Abend vor dem Nationalfeiertag) gehen. Stargast: die Band Brings.

Das Korps wächst weiter. Der Zug "Kaiserpinguine" wurde als Vollmitglied aufgenommen, und aus dem Kreis der Fähnriche hat sich er Zug "Fräcke-Jungs" neu gebildet. Um die Abteilung der Fähnriche wieder aufzustocken, sind Interessierte im Alter zwischen 13 und 18 Jahren am Sonntag, 18. Februar, ab 13 Uhr zur Eislaufdisco eingeladen.

  • Neuss : Grenadierkorps gibt das Herbstschießen auf

Größer wird das Korps, doch fand sich in seiner Mitte niemand, der Schatzmeister Cornel Tilmes beerben wollte. So gab es eine interne Lösung. Schießmeister Carsten Dorweiler übernimmt die Aufgabe, Tilmes bleibt "zur besonderen Verwendung" im Vorstand. Peter Orth und Thomas Rheidt (Presse) wie auch Christian Allard, Steffen Auge und Christian Busse aus dem Achterausschuss wurden bestätigt.

Gute Nachricht zum Schluss: Die Finanzen stimmen. 28.151 Euro hat der Verein auf dem Konto - zehn mehr als Ende des vorletzten Geschäftsjahres.

(-nau)