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Neuss: "Zug der Erinnerung" steht in Neuss

Neuss : "Zug der Erinnerung" steht in Neuss

Seit gestern Morgen steht der "Zug der Erinnerung" am Neusser Hauptbahnhof. Dabei handelt es sich um die mobile Gedenkstätte über die Deportation von Kindern und Jugendlichen aus Minderheiten während des NS-Regimes.

In der Ausstellung sieht man auf Schautafeln, in kurzen Film- und Tonbeiträgen und durch abgedruckte Brieftexte Einzelschicksale von den Opfern der Nazis. In den Mittelpunkt rücken Biografien und Liebesgeschichten von Heranwachsenden ohne gutes Ende. Aber auch die Täter – Mitarbeiter der Reichsbahn – und die Schuldfrage der Reichsbahn selbst werden erläutert.

Von Beginn an schafft die Wanderausstellung eine intensive Atmosphäre, denn sie befindet sich in drei abgedunkelten Eisenbahnwaggons. Die Fenster sind von innen mit Portraits der ermordeten Kinder versperrt. Auch auf den vielen Schautafeln sind große Fotos und kurze Texte von und über Kinder, aufgenommen vor dem Schrecken der NS-Zeit. Zum Aufnahmezeitpunkt wussten die Dargestellten noch nicht, was ihnen bevor steht. "Wir haben bewusst Bilder von Kindern in der Ausstellung, die vom Leben erzählen und nicht vom Tod", sagt der pädagogische Zugbegleiter Steffen Nasadil. Im letzten Waggon werden Schicksale aus Neuss, aufgearbeitet von Schülern der Hauptschule Geschwister-Scholl Norf, gezeigt. "Das Ziel unserer Mitarbeit und der Ausstellung ist die Aufarbeitung", sagt Christoph Lohmann, Geschichtslehrer der Schule. "Gerade Jugendliche müssen damit vertraut gemacht werden."

Die Deutsche Bahn ist nicht beteiligt. Für die Standzeit am Bahnhof muss eine Gebühr gezahlt werden. Unterstützt wird der Zug hingegen durch Spenden der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Neuss. Die Ausstellung ist noch bis heute Abend am Hauptbahnhof zu sehen.

(NGZ)