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Neuss: Zubringer für die Hafen-Anlieger eröffnet

Neuss : Zubringer für die Hafen-Anlieger eröffnet

Nach 20 Monaten ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte fertig: Lastwagen in den Hafen fahren nun zum Großteil über den Zubringer Floßhafenstraße/Willy-Brandt-Ring. Die Ampeln sind dort allerdings noch nicht optimal geschaltet.

Gerd Eckers war für den großen Akt bestens gewappnet: Gleich zwei Amtsscheren hatte der Leiter des städtischen Tiefbauamts gestern Mittag in der Manteltasche. Mit einer davon zerschnitt Bürgermeister Herbert Napp das rot-weiße Baustellenband und gab so die Anschlussstelle Floßhafenstraße frei. Der Verkehr läuft über die beiden "Ohren" zwar schon seit einigen Wochen, gestern wurde für den offiziellen Akt der Zubringerarm von der Floßhafenstraße Richtung Rheinparkcenter noch einmal gesperrt.

Nach 20 Monaten Bauzeit — nur gut einen Monat länger als zum Spatenstich Ende Mai 2011 geplant — ist eines der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen der Stadt, die Baudezernent Christoph Hölters als weiteren "Motor für den Erfolg des Hafens" bezeichnet, damit so gut wie abgeschlossen.

Die direkte Anbindung der Hafenbecken 3, 4 und 5 soll dafür sorgen, dass über die vorherigen Nadelöhre auf der Hammer Landstraße fast nur noch der städtische Verkehr fließt, der gewerbliche dagegen vom Stadtkern ferngehalten wird. Vorher hatten sich besonders die anliefernden Lastwagen auf der Floßhafenstraße zum Teil bis zum Kreisverkehr auf der Hammer Landstraße gestaut und die Nerven und Zeit der Fahrer und Betriebe vor Ort strapaziert.

Ganz ohne Probleme und Staus läuft es jetzt trotz des optisch an ein Autobahnkreuz erinnerndes Mammutprojekts noch nicht. "In den Stoßzeiten ballt es sich immer noch", sagt Hans Heinrich Rose, Abteilungsleiter Verkehrsplanung. Von den Mitarbeitern der im Hafen angesiedelten Unternehmen, etwa des Fahrzeugvermarkters BCA, bekommt er seit der Freigabe des Verkehrsknotens häufig E-Mails.

Der darin geäußerte Wunsch sei stets der Selbe: "Mehr Grün", also längere Grünphasen an den Ampeln. "Da werden wir noch nachsteuern", verspricht Rose. Die Ampelschaltungen vor Ort sind allerdings ein komplexes Geflecht: Es müssen nicht nur die verschiedenen Verkehrsströme inklusive des Höhenunterschieds des Willy-Brandt-Rings im Vergleich zur niedrigeren Floßhafenstraße berücksichtigt werden, sondern auch die Bahnschienen mit den zwei Übergängen an der Königsberger sowie der Tilsitter Straße. Pro Stunde passieren bis zu drei Züge diesen Bereich und sorgen weiterhin dafür, dass der Verkehr auf der Straße warten muss. "Die Züge sind bis zu 700 Meter lang.

Da steht man schon dann eine ganze Weile", sagt Rose. In den nächsten Wochen will er — intern auch der Herr der Ampeln genannt — die Schaltungen der Ampeln an dem neuen Knotenpunkt optimieren.

Eine weitere von dem Großprojekt unabhängige Maßnahme ist die Ausweitung der Umweltzone: Ab 1. Juni dürfen nur noch Wagen mit gelber oder grüner Plakette die Batteriestraße nutzen, ab 1. Juli 2014 nur noch solche mit grüner Plakette.

(NGZ/rl)