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Neuss: Zu wenige Mülleimer in der City

Neuss : Zu wenige Mülleimer in der City

Die Stadt tut sich schwer, zentrale Aufenthaltsorte in der Stadt mit einer ausreichenden Zahl von Abfallbehältern auszustatten. Zwei Beispiele: Zeughaus-Treppe, Pegel-Treppe. Die Folge: Müll und Schmutz.

Horst Ferfers blickt sich um: "Ja, es stimmt", sagt der Beigeordnete der Stadt, der für den Bereich Umwelt in der Stadt verantwortlich ist. "Hier fehlen Abfallbehälter. Da werden wir etwas tun." Ferfers steht an der Treppenanlage vor dem Zeughaus am unteren Markt. Bürger hatten ihn darauf hingewiesen, dass es in diesem Bereich einfach viel zu wenige Möglichkeiten gibt, seinen Abfall wegzuwerfen. Gerade wenn man es sich bei schönem Wetter auf der Treppen eine Zeit lang gemütlich gemacht hat.

Zwischen Rathaus und Zeughaus sind lediglich drei Abfallbehälter angebracht: einer vor dem Sanitätshaus Wilhelmi, ein zweiter etwas versteckt vor dem Café Woyton und einer dritter vor kurzem erst vor der Commerzbank — "der fehlte, weil er gestohlen worden ist", so Ferfers. Zum Vergleich: In der kurzen Rathaus-Passage, die vom Markt zum Weißem Haus führt, hängen gleich vier Abfalleimer, hinzu kommen zwei Behälter vor dem Bürgeramt für kleinabfälle und Zigarettenkippen. Stimmt da das Verhältnis? "Wir möchten nicht, dass die Bürger nur auf Abfalleimer schauen", sagt Ferfers. "Wir haben in der Innenstadt einen guten Kompromiss gefunden und bieten eine ausreichende Zahl an Abfallbehältern an."

Der Treppenbereich vor dem Zeughaus ist kein Einzelfall. Offenbar soll der Bürger seine Papierchen und Kleinabfälle zum Entsorgen mit nach Hause nehmen. Beispiel Pegel-Treppe: Mit großem Tamtam eröffnet und wenig später wieder geschlossen, wurde die 50 Meter breite Treppenanlage am Hafenbecken I den staunenden Neussern und ihren Gäste zu Schützenfest als attraktiver Verweilort präsentiert. Ohne einen einzigen Abfallbehälter aufzuhängen. "Wenn die Arbeiten an der neuen Promenade in diesem Bereich und die Nachbesserungen an der Treppe fertig sind, werden dort Bänke samt Abfallbehälter aufgestellt", verspricht Ferfers.

Vor Jahren sorgte die Absicht von Bürgermeister Herbert Napp für Aufsehen, der Neuss zur saubersten Stadt Deutschlands machen wollte. Vor Jahren wurde dann die Aktion "Neuss — einen saubere Sache" gestartet. Die setzt nicht auf Strafen — "nicht durchsetzbar", so Ferfers — sondern appelliert eher an die Neusser, sorgsam mit "ihrer" Stadt umzugehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Abfalleimer, die gestohlen und beschmiert werden, in denen Haushaltsmüll geworfen wird. "Sie werden zwei Mal täglich geleert, 14 Mal die Woche. Die Zeughaus-Treppe wird zwei Mal im Monat gewässert." Mehr Sauberkeit wäre möglich, aber: "Das bedeutete, das wir mehr Personal benötigten und dadurch würden die Gebühren steigen. Das will auch niemand."

(NGZ/jt)