Das elfte Kind sollte per Kaiserschnitt geholt werden: Zu riskant

Das elfte Kind sollte per Kaiserschnitt geholt werden: Zu riskant

Silvia Wollny hat elf gesunde Kinder zur Welt gebracht. Bei den zehn Ältesten steht im Familien-Stammbuch Neuss als Geburtsort. Dort sollte auch Loredana zur Welt kommen, der jüngste Spross der Familie. Doch im Lukas-Krankenhaus, erste Adresse für die 39-jährige Mutter, fand sie nicht die Art von Hilfe, zu der ihre Frauenärztin geraten hatte. Dr. Edgar Harms sprang beim "Gruppenbild" der Familie Wollny für Vater Dieter (45) ein, der verhindert war. Die jüngste Tochter Loredana - auf dem Schoß von Mutter Silvia - wollten sehen: Estefania (2), Patrick (14), Sylvana (12), Sascha (16), Calantha-Lelani (3), Jessica (20, hintere Reihe), Sahra-Jane (5), Lavinia (4), Jeremy-Pascƒal (7) und Sarafina (9, v.li.). NGZ-Foto: M. Reuter

Silvia Wollny hat elf gesunde Kinder zur Welt gebracht. Bei den zehn Ältesten steht im Familien-Stammbuch Neuss als Geburtsort. Dort sollte auch Loredana zur Welt kommen, der jüngste Spross der Familie. Doch im Lukas-Krankenhaus, erste Adresse für die 39-jährige Mutter, fand sie nicht die Art von Hilfe, zu der ihre Frauenärztin geraten hatte. Dr. Edgar Harms sprang beim "Gruppenbild" der Familie Wollny für Vater Dieter (45) ein, der verhindert war. Die jüngste Tochter Loredana - auf dem Schoß von Mutter Silvia - wollten sehen: Estefania (2), Patrick (14), Sylvana (12), Sascha (16), Calantha-Lelani (3), Jessica (20, hintere Reihe), Sahra-Jane (5), Lavinia (4), Jeremy-Pascƒal (7) und Sarafina (9, v.li.). NGZ-Foto: M. Reuter

Der von ihr gewünschte Kaiserschnitt, so sei ihr von dem Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde gesagt worden, war den Ärzten am "Lukas" zu riskant. Sie sollte versuchen, das Kind auf normalem Weg zu bekommen. "Wenn etwas passieren sollte, hält ein Vater von zehn Kindern nicht still", hörte die Neusserin zur Begründung - und orientierte sich verärgert und enttäuscht um. Loredana kam im Kreiskrankenhaus St. Elisabeth in Grevenbroich zur Welt. Per Kaiserschnitt.

Denn dafür gab es nach Meinung von Chefarzt Dr. Edgar Harms einige berechtigte Gründe. Geburtstag des kleinen Mädchens war Dienstag, 2. März. An dem Tag wurde Silvia Wollny eigentlich zu einem Geburtsgespräch im Lukas-Krankenhaus erwartet. Das sei so üblich, erklärt Dr. Peter Brucke, Geburtshelfer mit 29 Jahren Erfahrung. In diesen Gesprächen knapp zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin würde dann über etwaige medizinische Risiken oder Komplikationen gesprochen und die Art und Weise der Geburt festgelegt.

Einen gewünschten Kaiserschnitt ablehnen? Das gehe heutzutage gar nicht mehr, betont der Oberarzt, der gleichwohl einschränkt: "Wird schon in der 32. oder 33. Schwangerschaftswoche eine Sektio auf Grund einer Beckenendlage gewünscht, sagen wir das nicht zu. Denn das Kind kann sich immer noch drehen." Weitere medizinische Details im Fall Wollny gab er nicht preis - mit Hinweis auf die ärztliche Schweigepflicht.

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Doch zu diesem Gespräch kam es nicht mehr. Und absagen konnte und wollte Silvia Wollny auch nicht. Erstens, weil sie zum Gesprächstermin unter dem Messer lag, zweitens weil sie die Vorgespräche mit dem Eindruck und der Überzeugung verlassen hatte, am Lukas-Krankenhaus nur auf natürlichem Wege entbinden zu können. Das aber wollte sie nicht, obwohl sie nach den zehn normalen Geburten (sechs im Johanna-Etienne- und vier im Lukas-Krankenhaus) immer schnell auf den Beinen war, nach dem Kaiserschnitt aber nun mehr als eine Woche bettlägrig ist.

Sie wollte - auch auf Anraten ihrer Ärztin - den scharfen Schnitt und so Presswehen vermeiden. Denn die zehnte Geburt, bei der vor zwei Jahren Töchterchen Estefania im Lukas-Krankenhaus geboren wurde, war so schwer, dass Silvia Wollny einen Schlaganfall hatte. Weitere Risiken kamen noch hinzu. Das Kind "saß" im Mutterleib, und Schwangerschaftszucker hatte sich auch eingestellt. Mit dieser Indikation wurde die vielfache Mutter, die am Dienstag vergangener Woche wegen der Diabetes über extreme Schmerzen klagte, im Grevenbroicher Krankenhaus aufgenommen.

Ein Hospital in Köln, wo sie nach dem Gespräch im Lukas auch vorstellig geworden war, hätte sie auch behandelt. Als sich die Zuckerwerte der Mutter normalisiert hatten, wurde Loredana in einer letztlich glatt verlaufenen Operation am Dienstag um 13.07 Uhr auf die Welt geholt. Drei Wochen vor der Zeit, jedoch trotzdem 50 Zentimeter groß und 3180 Gramm schwer. Noch an seinem Geburtstag wurde das Neugeborene mit Zustimmung der Mutter von einer Kindergartengruppe bestaunt, die gerade das Krankenhaus besuchte.

Eine gute Gewöhnung für die Großfamilie, die Donnerstag komplett ins Krankenhaus kam. Ob Loredana die Jüngste bleibt? "Davon gehe ich eigentlich aus", erklärt Mutter Silvia, "aber das habe ich beim zehnten Kind auch schon gesagt." Warum so viele Kinder? "Das ist das einzige, was man heute noch geschenkt bekommt. Vom lieben Gott", betont Wollny, die seit 20 Jahren, seit der Geburt von Tochter Jessica, Mutter ist. Das im Hauptberuf, rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr.

(NGZ)
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