Neuss: Zietzschmann: Wiederaufbau nach Brand

Neuss : Zietzschmann: Wiederaufbau nach Brand

Zwei Jahre nach der Brandkatastrophe auf einem Grundstück an der Heerdterbuschstraße werden jetzt die letzten Schäden beseitigt. Der Neusser Stahlhändler baut seine Halle wieder auf und beendet die Zeit der Provisorien.

Noch vor ein paar Monaten standen an der Heerdterbuschstraße nur Ruinen, inzwischen hat sich das Gelände in eine Baustelle verwandelt — die Bauarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Gebaut wird eine neue Lagerhalle für die Spedition Zietzschmann — vor zwei Jahren, 2011, war die alte Halle abgebrannt.

Betriebsleiter Frank Welter vor dem Rohbau der neuen Hallen der Firma Zietzschmann. Foto: Woi

Das Feuer an der Heerdterbuschstraße war einer der größten Brände der vergangenen Jahre: Am 11. Juli 2011 war die Lagerhalle in Flammen aufgegangen, der Rauch der Flammen war kilometerweit zu sehen. Schuld waren Ausbesserungsarbeiten am Dach gewesen — die Flamme, mit der die Dachbahnen verschweißt wurden, war ins Innere der Halle gelangt. Resultat war ein Großeinsatz der Feuerwehr Neuss, deren 95 Einsatzkräfte noch Unterstützung von der Feuerwehr Düsseldorf bekamen, und ein Schaden in Millionenhöhe.

Dass die Halle wieder aufgebaut werden sollte, stand für Zietzschmann-Inhaber Günter Haberland schon kurz nach dem Brand fest — er rechnete mit einem Jahr, bis die neue Halle in Betrieb genommen werden könne. Warum sich die Zeit bis zur Fertigstellung der neuen Lagerhalle an der Heerdterbuschstraße letztlich doch verdoppelt hat, weiß Zietzschmann-Geschäftsführer Tobias Haberland: "Wir wollten die neue Halle den neuesten technischen Standards anpassen", sagt er. "Dafür waren andere Genehmigungen, eine ausführlichere Planung und komplexere Bauweisen nötig." Im Januar 2012 habe das Unternehmen mit den Abrissarbeiten der Brandruine begonnen, schon im Juni konnten die Baufirmen auf dem Gelände anrücken.

Die neue Lagerhalle unterscheidet sich in mehreren Punkten von der abgebrannten, die immerhin schon 50 Jahre alt war: Wichtigste Verbesserung sind die verschiebbaren Aluminiumdächer, die es ermöglichen, Güter einfach und schnell direkt vom Schiff aus zu verladen. Anstelle einer großen Halle unterteilt sich der Neubau in mehrere kleinere "Lagerboxen". Doch die Spedition Zietzschmann wollte mit dem Bau der neuen Halle im Neusser Hafen nicht nur technisch auf dem neusten Stand sein. Auch das Schaffen neuer Arbeitsplätze schwebte Günter Haberland nach dem Brand vor. "Wie viele neue Arbeitsplätze genau entstehen, wissen wir erst, wenn die Halle im September fertiggestellt wird", meint Tobias Haberland. "Aber wir haben fest eingeplant, dann neue Arbeitskräfte einzustellen." In der Halle werden genau wie schon vor dem Brand Stoffe aller Art eingelagert: größtenteils Düngemittel, Mineralien und Kies. Um die Bauphase zu überbrücken, hatte das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren eine Halle der Neuss-Düsseldorfer Häfen angemietet.

Zietzschmann ist ein traditionelles Binnenhafen-Umschlagsunternehmen. Schon seit dem Jahr 1912 hat der 1873 gegründete Familienbetrieb eine Niederlassung im Neusser Hafen.

(NGZ)