Neuss: Zehn Meter Blech für die Spielplatz-Lok

Neuss : Zehn Meter Blech für die Spielplatz-Lok

Die Neusser Grenadiere denken zur Freude ihres Vorsitzenden Rainer Halm "über den Bierdeckel hinaus" und engagieren sich. Mitglieder des Fahnenzuges 1960 haben die Lokomotive auf dem Spielplatz im Stadtgarten saniert. Zehn Meter Blech und einige Eimer Farbe wurden dabei verarbeitet.

"Wir hoffen, dass die Nüsser Pänz dieses Mal länger etwas von der Aktion haben", sagte Stephan Henricks im Anschluss. Denn nach der letzten Renovierung der Lok habe es nicht lange gedauert, bis diese beschmiert und der Innenraum als Urinal missbraucht wurde.

Die alte Lokomotive inspirierte vor einigen Jahren die Planer in der Stadtverwaltung, den beliebten Spielplatz "Lummerland" zu nennen - und entsprechend umzugestalten. Ideengeber dafür waren die Geschichten von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer, so dass es danach auch einen Drachen auf dem Gelände gab. Zum "Draufherumklettern". Einen Drachen wie "Frau Mahlzahn" aus der Geschichte "Jim Knopf und die wilde 13".

Der grundlegenden Sanierung im Jahr 2012 folgten bereits einige Schönheitsreparaturen, unter anderem durch den Neusser Pfadfinderstamm "Malteser" im Jahr 2013. Nun wurden die Grenadiere aktiv.

Das Einverständnis der Stadtverwaltung, die eigentlich für den Spielplatz zuständig ist, holte Halm persönlich ein. Sowohl der städtische Umweltdezernent als auch die Leitung des Amtes für Umwelt und Stadtgrün würden sich über die Aktion freuen, "funkte" Halm anschließend an den Fahnenzug zurück. Der verstärkte sich vor Ort durch Helmut Kauschka vom Hauptmannszug "Santa Lucia", einem Meister am Schweißgerät. Denn bei einer Begutachtung durch die Stadt wurden Schäden an Bodenplatten und Seitenblechen festgestellt, die mit etwas Farbe alleine nicht mehr zu beheben waren.

"Nun erstrahlt das Dampfross in neuer Qualität und steht allen Kindern zur Verfügung", schreibt Halm. Dabei stimmt das nicht ganz, denn ein richtiges Dampfross ist die Lok nie gewesen. Unter ihren Kesseln brannte nie ein Feuer, einen Tender voller Kohle hatte sie nicht. Sie war vielmehr eine so genannte Dampfspeicherlok, die im Kesselhaus des Traktorenwerkes immer Dampf "tanken" musste. Das reichte nur für etwa zwei Stunden und sorgte dafür, dass die im Werksverkehr eingesetzte Lok das IHC-Gelände nie verließ - bis sie in den 1980ern außer Dienst gestellt und eine Kinderattraktion wurde.

(-nau)
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