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Neuss: Zehn Jahre Nachtsport

Neuss : Zehn Jahre Nachtsport

Ein Freizeitprojekt wird zehn Jahre alt: der Nachtsport. Gedacht als Alternative zu Langeweile oder Vereinssport wurde das kostenfreie Angebot geschaffen, um 14- bis 21-Jährigen die Möglichkeit zu geben, Sport zu treiben.

Begonnen hatte alles mit einer Ferienaktion mit drei Teilnehmern. Mittlerweile werden jeden Freitagabend Fußball, Basketball und Parkour angeboten. "Es muss ja nicht immer Party sein", sagt Can. Er nimmt seit drei Jahren regelmäßig am Basketball in der Halle des Norfer Gymnasiums teil. Von 21.30 bis 24 Uhr kann er dort mit Freunden Körbe werfen. "Ich spiele schon lange Basketball und hier habe ich immer wieder neue Mitspieler", sagt der 21-Jährige.

"Vorkenntnisse sind aber gar nicht nötig. Jeder kann einsteigen, wann er will. Wir bieten allerdings kein Training an", sagt Harald Hau, Koordinator des Nachtsports, den Jugendamt und Stadtsportverein in Kooperation anbieten. Das Konzept sieht vor, dass zwei bis drei Betreuer an den Abenden vor Ort sind. Diese können zwischen 18 und 60 Jahren alt sein und haben bestenfalls einen sportlichen Hintergrund, müssen das aber nicht.

Katharina ist seit kurzem Betreuerin: "Freunde von mir sind auch Betreuer und ich nehme mir gerne den Freitagabend Zeit, um den Jugendlichen dieses Sportangebot zu ermöglichen", sagt die 22-Jährige, die in ihrer Freizeit American Football spielt. Ihre Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass die Jugendlichen fair spielen und sich an die Hallenordnung halten — also Hallenschuhe tragen und ordentlich mit den Geräten umzugehen. Bälle müssen allerdings selber mitgebracht werden. Da keine Mitgliedschaft verlangt wird, kann das Nachtsportangebot auch unregelmäßig wahrgenommen werden. Daher sind die Teilnehmerzahlen an jedem Abend unterschiedlich. Manchmal sind nur zehn Spieler da oder im Winter, wenn das Angebot beliebter ist als im Sommer, können auch schon einmal 40 Sportler zusammenkommen.

"Wir freuen uns über alle sportbegeisterten, jungen Menschen. Die Tür ist für jeden offen", erklärt Hau. Auch wird das Angebot an Sportarten immer mal wieder variiert, je nach Wünschen, die die Teilnehmer äußern, Hallenverfügbarkeiten und Betreuern, die eingesetzt werden können. Volleyball, Schwimmen, Ringen und Karate waren schon dabei.

"Dennoch müssen wir darauf achten, dass keine zu hohen Unkosten, zum Beispiel für Sportgeräte oder Bekleidung entstehen", erklärt Hau. "Basketball und Fußball sind einfach Dauerbrenner. Einen Ball haben die meisten zu Hause und diesen treten oder werfen, kann auch jeder."

(NGZ/ac)