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Neuss: Zangs-Wahl: Ergebnis belastet die Koalition

Neuss : Zangs-Wahl: Ergebnis belastet die Koalition

Fünf Stadtverordnete aus dem Lager der Koalition von CDU und FDP haben bei der Wiederwahl der Beigeordneten Christiane Zangs im Stadtrat gegen den von den Fraktionsspitzen verabredeten Kurs gestimmt. "Fünf Abweichler", so kommentierte Bürgermeister Herbert Napp das Ergebnis, "ist für mich kein Zufall mehr. Das ist organisiert." Und weil das knappe Ergebnis eben nicht als Zufallsvotum abgetan und zur politischen Tagesordnung übergegangen werden kann, folgen auf den Schock des knappen Ergebnisses die Schuldzuweisungen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Geerlings, der gleich nach der Sitzung die Vermutung äußerte, die Abweichler seien im Lager der FDP zu suchen, sieht sich von deren Fraktionschef Heinrich Köppen attackiert. Köppens Rechnung nach ist "die CDU-Fraktion Geerlings und Napp zu fast 20 Prozent nicht gefolgt", wie er auf der Internetseite des FDP-Stadtverbandes vermerkt. "Um so irritierender war es", so Köppen weiter, dass Geerlings die FDP unter Verdacht stellt. "So etwas kann man mit seinem Koalitionspartner nicht machen", hält Köppen verärgert fest, der Geerlings in der Pflicht sieht, das Gespräch zu suchen. Denn, so Köppen: "Geerlings weiß genau, dass unsere Leute bei der Fahne geblieben sind."

Der Abstimmung im Stadtrat, die für die Schul- und Kulturdezernentin Zangs nur dank der beiden Stimmen von UWG/Zentrum eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme brachte, waren lange Diskussionen zwischen den Koalitionsparteien vorausgegangen. Eben weil sich die FDP ihre Zustimmung habe abringen lassen, so Bürgermeister Napp, sei er überzeugt, dass diese der dann gefundenen Lösung auch zugestimmt hat. Das folge jeder politischen Logik. Napp, nicht nur eigenen Aussagen zufolge kein Freund der FDP und dieser Koalition, hält "die FDP für seriös genug, das auch durchzuziehen."

CDU-Chef Geerlings wollte zu dem Ergebnis dieses in geheimer Wahl zustande gekommenen Votums und den Vorwürfen der FDP keine Stellung beziehen. Für ihn wiege schwerer, dass der Grundsatzbeschluss zur Bebauung des Wendersplatz in geheimer Abstimmung eine deutliche Mehrheit und die SPD "mit ihrer destruktiven Haltung" in beiden Punkten keine Mehrheit gefunden hat.

(NGZ)