1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Rhein-Kreis Neuss: Zahl der Firmenpleiten nimmt langfristig ab

Rhein-Kreis Neuss : Zahl der Firmenpleiten nimmt langfristig ab

Im Halbjahresvergleich mit dem ersten Halbjahr 2012 steigt die Zahl der Insolvenzen. Die Creditreform hält den Standort jedoch für robust.

Die Konjunktur zieht wieder an, die Wirtschaft wächst. Deswegen macht die Auskunftei Creditreform bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen einen positiven Trend aus: "Langfristig gesehen wird die Zahl der Firmenpleiten sinken", sagt Rainer Bovelet. Der Wissenschaftliche Leiter der Creditreform hat gestern aktuelle Daten zu den Unternehmensinsolvenzen vorgelegt. Sein Fazit: "Der Rhein-Kreis bleibt ein starker Standort."

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Unternehmenspleiten in Düsseldorf und dem Rhein-Kreis im Vergleich. Foto: Creditreform, Foto: dpa (archiv)

Für das erste Halbjahr muss der Kreis demnach jedoch zunächst einen Dämpfer verkraften: Im Halbjahresvergleich steigt die Zahl der Firmenpleiten von 113 auf 126, eine Zunahme um zwölf Prozent. "Unsere Prognose ist jedoch positiv", sagt Bovelet. Laut Studie werden die Unternehmensinsolvenzen auf das Gesamtjahr gesehen leicht zurückgehen, und zwar um sieben Prozent auf 245 Firmenpleiten.

Die Städte des Rhein-Kreises zeigen in der Einzelanalyse mehrheitlich eine positive Tendenz. In Neuss gehen die Creditreform-Experten davon aus, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 18 Prozent zurückgeht, ähnliches — nämlich ein Rückgang um 21 Prozent — wird für Dormagen prognostiziert, Jüchen schafft sogar 41 Prozent weniger Pleiten. "Grund ist vor allem, dass Deutschland den europaweiten Einbruch der Konjunktur relativ unbeschadet überstanden hat", erläutert Rainer Bovelet, der nicht nur den Insolvenz-Index der Creditreform, sondern auch das von ihr herausgegebene Mittelstandsbarometer betreut. "Auch dort verzeichnen wir eine steigende Zuversicht der Unternehmen", sagt Bovelet, dessen Erkenntnisse sich mit denen der führenden Wirtschaftsforscher decken. Erst gestern hatte das Münchner Ifo-Institut mitgeteilt, dass der von ihm herausgegebene Geschäftsklimaindex zum dritten Mal in Folge gestiegen ist.

Negative Trends verzeichnet der Kreis jedoch auch. Am schlimmsten trifft es Meerbusch, wo laut Creditreform die Zahl der Firmenpleiten um 50 Prozent zunehmen wird. In Zahlen gesehen allerdings auf niedrigem Niveau — die Prognose geht davon aus, dass die Zahl der Insolvenzen bis Ende des Jahres von 25 auf 38 steigt. Je kleiner die Zahlen, desto größer der prozentuale Effekt. So geht die Creditreform davon aus, dass sich die Zahl der Insolvenzen in Rommerskirchen sogar mehr als verdoppelt — allerdings von nur fünf Pleiten im Vorjahr auf neun Betriebsinsolvenzen bis Ende 2013.

Die meisten Insolvenzen registrierte Creditreform im ersten Halbjahr im Dienstleistungssektor, mit Schwerpunkten in den Bereichen Gastronomie, Kfz-Handel und Bau. Die Zunahme der Insolvenzen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 sind laut Rainer Bovelet "kleine Dellen" in einem ansonsten robusten Marktumfeld. "Die Region ist ein stabiler Wirtschaftsraum", sagt Bovelet. "Sie ist gut durch die Krise gekommen."

(NGZ)