Zahl der CDU-Interessenten für das Bürgermeisteramt in Neuss wächst auf fünf

Bürgermeisterwahl 2020 in Neuss : Zahl der CDU-Interessenten für Bürgermeisteramt wächst

Ruth Sternemann-Böcking und Markus Kuhl treten an.

Das allerletzte von vielen Gesprächen gab am Montagabend den Ausschlag. Dann informierte die Rechtsanwältin Ruth Sternemann-Böcking (53) den CDU-Parteivorsitzenden Jürgen Brautmeier, dass sie ihren Hut in den Ring werfen und für eine Bürgermeisterkandidatur im kommenden Jahr zur Verfügung stehen wird. „Ich will den Mitgliedern eine Alternative und einen anderen Kandidatentyp bieten“, erklärt die Helpensteinerin ihren späten Entschluss zur Kandidatur.

Wenn sich am Mittwoch, 4. September, erstmals alle Bewerber für das Bürgermeisteramt den Fragen der Mitglieder stellen, kommt mit Markus Kuhl noch ein weiterer Interessent hinzu. Der 46-Jährige bestätigte auf Nachfrage, dass er sich zeitnah gegenüber der Parteiführung erklären und an diesen vier von der Partei und einzelnen Gliederungen organisierten Auswahlgesprächen teilnehmen wird. Ob daraus eine Kandidatur wird, hängt nach Darstellung Kuhls davon ab, wie die Basis auf seine Thesen und Vorschläge reagiert. Er tritt dabei durchaus selbstbewusst auf, spricht von einer „Rundum-Defibrillierung“, die Partei und Fraktion nötig haben, und sagt überzeugt: „Bürgermeister Reiner Breuer braucht einen vernünftigen Gegenkandidaten.“ Gegenwärtig habe er den Eindruck, dass sich die CDU schwer damit tut, Kritik an Breuer zu üben. Der verwalte die Stadt gut – mehr aber auch nicht.

Bis zum Montag standen neben dem Stadtverordneten Sebastian Rosen, Bärbel Kohler von der Mittelstandsvereinigung und dem vom Parteivorsitzenden unterstützten Jan-Philipp Büchler drei Bewerber namentlich fest, die sich am 30. September in einer Nominierungsversammlung dem Votum der Mitglieder stellen wollen. Die stellvertretende Parteivorsitzende Natalie Goldkamp hatte sich nach reiflicher Überlegung am Sonntag dazu durchgerungen, von einer Kandidatur im kommenden Jahr abzusehen. Nun kommen zwei Kandidaten hinzu, deren Namen nicht jedem Mitglied etwas sagen wird.

Sternemann-Böcking gehört dem Ortsverband Hoisten zwar schon Jahre an und hat die Bundestagswahlkämpfe 2013 und 2017 von Hermann Gröhe unterstützt, ein breiteres Engagement konnte sie nach eigenen Angaben aber mit den Anforderungen in Beruf und Familie bis jetzt aber nicht vereinbaren. Das sei aber nun anders, sagt die Anwältin, die einen Schwerpunkt auf die Sozial- und Familienpolitik richten will. Kuhl wiederum, Lehrer bei der Bundespolizei für Englisch und Politik, gehörte zwar vor fast 20 Jahren zu einem Kreis der Jungen Wilden in der Partei, lebte aber berufsbedingt jahrelang nicht in Neuss. Den Kontakt zur Heimat habe er aber immer gehalten, sagt er.

(-nau)
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