45. Neusser Autosalon Worauf Frauen beim Autokauf achten

Neuss · Der Autosalon in der Stadthalle fiel in Neuss am Samstag auf den internationale Frauentag. Die NGZ hat sich auf der Ausstellung umgeschaut und nachgefragt, worauf Frauen bei der Wahl des "Traumautos" Wert legen.

Impressionen vom 45. Neusser Autosalon
19 Bilder

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Für die Damen gab es am Samstag, anlässlich des gleichzeitig stattfindenden Weltfrauentags, etwas Glitzendes. Zwar wurden beim Neusser Autosalon zur Begrüßung keine Rosen verschenkt, dafür wurde aber 100 auf Hochglanz polierte Neuwagen aller bekannten Marken und Klassen präsentiert. Zur 45. Auflage der Automesse hatte die Sparkasse Neuss als Ausrichter wieder in die Stadthalle Neuss eingeladen.

Unsere Redaktion hat sich auf der Ausstellung umgeschaut und besonders darauf geachtet, worauf Frauen bei der Wahl des "Traumautos" Wert legen. Esther Ingram zum Beispiel fühlte sich dort direkt von einem Ausstellungsstück der absoluten Luxusklasse angezogen und nahm hinter dem Steuer eines Mercedes Cabriolet Platz. "Sportlich und schnell, das ist mein Stil, so bin ich auch", sagte sie. "Ein echtes Traumauto für mich", so die gebürtige Australierin. Sanne Krause träumt hingegen erst einmal vom Führerschein.

Den wird die 14-Jährige erst in ein paar Jahren machen können. Ihr Lieblingsauto stand bei BMW, ein X1 in schwarz. "Noch lieber wäre mir aber ein X3 in weiß. Der ist super für Straße und das Gelände", sagte die Schülerin.

Sportlichkeit und ein gutes Raumangebot stehen heute nicht mehr im Gegensatz zueinander, sondern lassen sich zwischen Motorhaube und Kofferraum gut vereinen. "Als junge Mutter brauche ich viel Platz im Auto und einen guten Komfort", sagte Bianca Ziffler. Die Mama eines 18 Monate alten Kindes möchte dennoch nicht auf einen sportlichen Wagen verzichten: Der Skoda Oktavia Kombi RS mit 220 PS, in knallgelb oder "race-blue-metallic", würde all ihre Wünsche erfüllen. Was unter der Motorhaube steckt, interessiert inzwischen also die Damenwelt genauso wie Farben und Formen. All dies lässt Kimberley Calbert in ihre Beratung einfließen.

Die junge Frau ist im ersten Jahr ihrer Ausbildung zur Automobilkauffrau beim Autohaus Dresen. "Ich denke, wir Frauen können dem Kunden besser zuhören und schauen dann, was er genau braucht", sagt die Azubine. Im Verkauf ist eine Frau noch eine Ausnahme. "Für Autos habe ich mich schon immer interessiert. Und nun mach es mir Spaß, in diese Männerdomäne einzudringen", so Calbert. Eine "schöne Ausnahme", wie es Sebastian Zeitz formulierte, seien auch die Frauen unter den Oldtimerfreunden Grevenbroich.

Unter den rund 30 Mitgliedern des Clubs konnte er spontan nur zwei Frauen nennen: eine Käfer-Cabrio-Fahrerin sowie eine junge Frau Mitte 20 und ihr Mini Cooper Kombi. Die Teilnahme der Oldtimerfreunde gehörte zum umfangreichen Rahmenprogramm des Autosalons. An ihrem Stand stellte Georg Becker seinen Porsche Cabrio, Baujahr 1964, im klassischen Rot aus — direkt neben einer vollständig durchgerosteten Rohkarosserie eines ähnlichen Modells von 1960. Beim Anblick dieses Scheunenfunds blutet Georg Becker dennoch nicht das Herz.

"Wenn ich irgendwo eine Scheunentür aufmache und solch einen Wagen finde, würde ich ihn sofort mitnehmen", sagte Becker. Er hatte in der Vergangenheit bereits ein ähnlich heruntergekommenes Fahrzeug in mehr als 2500 Arbeitsstunden restauriert. Der rostige Porsche allerdings war eine Leihgabe. Auch in diesem Zustand sei er, wie die Oldtimer-Fans wissen, mehr als 10 000 Euro wert.

(rl)
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