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Neuss: Wolters will die Wirtschaft stärken

Neuss : Wolters will die Wirtschaft stärken

Interview Die Wirtschaft der Stadt Neuss hat Frank Wolters schön länger im Blick – ab heute in führender Position, denn er steigt zum Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung auf. Mit der NGZ hat der 43-Jährige über seine neue Aufgabe gesprochen. Sein vorderstes Ziel: Mehr Gewerbeflächen.

Herr Wolters, am 1. Juni treten Sie Ihr Amt als Chef der Wirtschaftsförderung an. Was sind die dringendsten Aufgaben?

Frank Wolters Wir müssen neue Gewerbegebiete entwickeln, denn Neuss braucht dringend neue Flächen, um neue Unternehmen anwerben zu können. Dafür will ich mich stark machen.

Insgesamt gesehen setzt Neuss stark darauf, Logistik-Standort zu sein – da ist viel Verkehr vorprogrammiert.

Wolters Es stimmt, das Logistik ein starker Wirtschaftszweig für uns ist, und wir können stolz darauf sein, dass viele Logistik-Unternehmen uns als Erste Adresse wahrnehmen. Eines muss klar sein: Wir bekommen immer seltener die Chance, Industrieunternehmen anzusiedeln, Logistik hingegen ist ein Wachstumsmarkt. Ich verhandle gerne mit mittelständischen Betrieben. Inhabergeführte Unternehmen sind immer schnell bei der Sache und entscheidungsfreudig. Das Wirtschaftswachstum wird ganz stark von diesen Menschen und ihren Unternehmen beeinflusst.

Die Industrie, vor allem im Hafen angesiedelt, fürchtet um Fortbestand, soll doch die Wohnbebauung näher ans Hafenbecken rücken.

Wolters Ich bin mir sicher, dass wir mit einer gut durchdachten Planung beiden Seiten gerecht werden können. Wichtig ist mir, dass Unternehmen uns als Ansprechpartner begreifen, der nicht nur städtische, sondern auch wirtschaftliche Interessen im Blick hat. Und gerade da fängt die spannende Aufgabe als Wirtschaftsförderer an, kommunale und ökonomische Interessen zueinander zu bringen.

Als Wirtschaftsförderer müssen Sie auch die Region in den Blick nehmen. Bislang suchte Neuss eher den Schulterschluss zu Düsseldorf, und weniger zum Rhein-Kreis. Bleibt das so?

Wolters Auf jeden Fall. Neuss profitiert von der Nähe zu Düsseldorf und ist als städtischer Wirtschaftsstandort ähnlich wie die Landeshauptstadt aufgestellt. Wir sind für viele Unternehmen ein guter Alternativstandort zu Düsseldorf, viele Zuzüge kommen von dort. Dagegen sind Unternehmen, die bereits in einem ländlichem Raum wie dem Rhein-Kreis angesiedelt sind, eher nicht an einem Standort in der Stadt Neuss interessiert.

Ihr Vorgänger pflegte teilweise einen Kurs der scharfen Abgrenzung zur Kreiswirtschaftsförderung. Wie werden Sie verfahren?

Wolters Die Wirtschaftsförderung des Kreises mischt in Bereichen mit, die traditionell von den Städten wahrgenommen werden, etwa im Bereich der Existenzgründung, wo sich Veranstaltungen gegenseitig Konkurrenz machen. Auch bei Grundstücksanfragen von Unternehmen ist die Kreiswirtschaftsförderung vorgeschaltet, dabei brauchen wir als städtische Wirtschaftsförderung den direkten Kontakt mit Interessenten, um für uns werben zu können. Insofern plädiere ich für eine stärkere Abgrenzung der Geschäftsfelder. In einigen Veranstaltungen gibt es aber eine ausgewogene Zusammenarbeit und nette Kollegen.

Hanna Koch führte das Gespräch

(NGZ)