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Wolfgang Kammer aus Neuss: Ein neuer Roman zum 80. Geburtstag

Wolfgang Kammer aus Neuss : Ein neuer Roman zum 80. Geburtstag

15 Bücher hat Wolfgang Kammer bereits geschrieben. Kürzlich hat er sein neues Werk „Im Schatten des Malkastens“ herausgebracht. Der nun fast 80-Jährige macht sich so seine Gedanken.

„Als die Politiker versprachen, die Natur zu erhalten … da lachte der schon seit Jahrtausenden in Bernstein eingeschlossene Käfer, der im historischen Museum der Stadt besonders die Kinder faszinierte, leise in sich hinein.“ Der Autor dieser Zeilen eines Gedichtes mit dem Titel „Lachosaurus“, der Neusser Lehrer, Lyriker und Buchautor Wolfgang Kammer, wird in drei Tagen 80 Jahre alt.

In Berlin geboren, in Düsseldorf aufgewachsen, lebt er seit 50 Jahren in Neuss. „Neuss betrachte ich als meine Heimat, denn Heimat ist dort, wo man wiedererkannt wird“, zitiert der Autor Siegfried Lenz. Natürlich hat er sich zu seinem Geburtstag einen Roman geschrieben. Das aber war eher seiner Ehefrau Ulrike zu danken, mit der er seit drei Jahren verheiratet ist. „Da bin ich mit einem Schriftsteller verheiratet, der seit zehn Jahren nicht mehr schreibt“, sagte sie zur Animation.

Entstanden ist der Roman „Im Schatten des Malkastens“ – die Geschichte eines perfekten Verbrechens spielt Ende des vergangenen Jahrhunderts in Düsseldorf und ist ein wenig auch Reminiszenz an seine Jugendjahre. Der Verlag verkauft das Buch als „Kriminalroman“, das entspricht nicht vollkommen der Intention des Autors. „Was mich beim Verfassen des Textes interessierte und was ich versucht habe, nachzuempfinden, sind die Chronologie eines Verbrechens und die gedankliche Fixierung eines durchschnittlichen, eher musischen Menschen auf die einzige Lösungsmöglichkeit seiner ihm unlösbar erscheinenden Probleme“, schreibt Wolfgang Kammer im Vorwort.

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Seine Schreibe ist sehr flott, so wie es einst das österreichische Bundesministeriums für Unterricht und Kunst im Zusammenhang mit seinen Jugendbuchserien bewertete: „Nur selten findet man so heiter erzählte, fundierte Geschichten mit präzisen Dialogen und ohne Leerläufe.“ 15 Bücher hat er geschrieben, Romane, Jugendbücher in Serie, die auch eine 200.000er Auflage erreichten, Kurzprosa und jede Menge Lyrik. Gleich sein erster Roman „Bergersdorf ist überall“ von 1985 erschien in mehreren Auflagen und brachte ihm internationale Reputation ein. Von Beginn an waren seine Themen „Mensch, Arbeit, Umwelt“. „Meine Texte sollen informativ und spannend sein, zugleich unterhaltsam, und vielleicht ein paar gute Gedanken weitertragen“, sagt Wolfgang Kammer. Sein Arbeitszimmer in einem Haus am Sporthafen in Grimlinghausen ist wahrlich ein „point of view“: Er blickt auf den Rhein und die Erft zugleich. Folglich ist das Neusser Heimatlied „Dort wo die Erft den Rhein begrüßt“ das Lieblingslied des altersbedingt nur noch passiven Grenadiers (Gründungsmitglied der „(k)alten Enten“ 1992). Daneben schätzt er die Liedermacher vergangener Zeiten wie Franz Josef Degenhardt („Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“). Der ehemalige Sportlehrer fährt auch gerne Fahrrad und geht regelmäßig schwimmen.

Der nun fast 80-Jährige macht sich so seine Gedanken: „Ein buntes, atemberaubendes Leben. Nichts würde ich aus meinem Leben mit vielfältigen Erfahrungen streichen wollen.“ Und dennoch: „Der Mensch wird diesen Planeten zu Grunde richten und sein eigenes Opfer werden. Das ist keine Prognose, sondern meine Sorge.“ Aus Hoffnung zitiert Wolfgang Kammer Mark Twain: „Prognosen sind so schwierig, weil sie sich auf die Zukunft beziehen.“