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Neuss: Wolberoplatz als Beispiel für Gestaltung

Neuss : Wolberoplatz als Beispiel für Gestaltung

Das Grünflächenamt ist nicht nur dafür da, die Stadt mit "Farbtupfern" zu versehen, es wirkt auch bei der Stadtplanung mit. Welche Prozesse nötig sind, um Grünflächen neu zu gestalten, hat Amtsleiter Stefan Diener der NGZ erklärt.

Die Bänke am Wolberoplatz in der Nordstadt sind bei gutem Wetter stets belegt, denn die Menschen genießen die mit Blumen begrünte Umgebung und das Plätschern des Brunnens. Auf seinen Radtouren durch Neuss fährt auch Stefan Diener dort gern vorbei — denn für den Grünflächenamtsleiter ist der Platz ein Beispiel für gelungene Stadtentwicklung. Noch vor einigen Jahren sah dieser Platz ganz anders aus. "Einen Brunnen gibt es dort schon seit den 50er Jahren", erzählt Diener. Doch der lag bis vor drei Jahren eher versteckt in der dortigen Grünanlage. "Als dort der Kreisverkehr geplant wurde, kam auch die Neugestaltung des Wolberoplatzes ins Gespräch", erzählt Diener.

Foto: Hammer, Linda

Die Idee Bevor die Landschaftsarchitekten des Grünflächenamts die Arbeit beginnen konnten, stand eine Ortsbegehung und ein Brainstorming an. "Es stand bereits fest, dass der Brunnen dem Kreisverkehr weichen sollte." Gleichzeitig sei schnell klargeworden, dass der Brunnen ein Identifikationspunkt für die Nordstädter ist. "Und das wollten wir nicht aufgeben", sagt Diener. Und so entwickelte sich die Idee, den Brunnen zu verlegen und ihn nicht ganz aufzugeben: Der Wasserspeier mit der Vogeltränke sollte erhalten bleiben.

Schon in den 50er Jahren war der Brunnen am Wolberoplatz ein Wahrzeichen der Nordstadt. Foto: grünflächenamt

Der Entwurf Nächster Schritt war der Vorentwurf, der bereits die spätere Struktur des Platzes zeigt, darunter den Brunnen als zentrales Element und den Pflasterweg, der von der Bushaltestelle Richtung Brunnen und Wolberostraße führt.

Die Entscheidung Ob Idee und Entwurf passen, darüber befindet nicht nur die Verwaltung, sondern vor allem die Politik. Im Herbst 2008 stellte das Grünflächenamt Idee und Entwurf zur Neugestaltung des Wolberoplatzes im Umweltausschuss und im Rat vor. Der positive Bescheid ermöglichte die Umsetzung der Pläne, die mit Kosten von 148 000 Euro veranschlagt wurden.

Die Detailplanung Der Bescheid der Politik ermöglichte den Architekten nun, konkreter zu werden. Die Pläne, die Diener heute im Archiv hat, gehen bis ins letzte Detail, zeigen nicht nur Abmessungen von Straßen und Wegen, selbst die Größe der Bänke und Laternen wird festgelegt. Zudem enthält die Zeichnung Linien, die Leitungen unter der Erde anzeigen, etwa Gasleitungen oder Telefonkabel. Auch, welches Material verwendet wird, kommt bei dem Plan zum Ausdruck. "Bei allen Neubauten verwenden wir möglichst einheitliche Werkstoffe", so Diener. So wolle die Stadt ein "Materialsammelsorium" im öffentlichen Raum verhindern. Am Wolberoplatz wurde daher vor allem Basaltstein verwendet. Weil der Platz mit dem Brunnen ein extra Element hat, bekommt dieser eine eigene Detailplanung, worin etwa festgelegt wird, wie der Wasserkreislauf verläuft: Ein Querschnitt zeigt den Wasserkreislauf zur Pumpe.

Die Umsetzung Im Frühjahr 2010 begann der Umbau des Wolberoplatzes. Die Bauzeit wurde auf drei Monate festgelegt, parallel entstand der Kreisverkehr. Dabei wurde der alte Brunnen abgebaut, der in den Jahren zuvor stets mit der "Schwimmbadfarbe" blau überstrichen worden war. Damit war nun Schluss: Das Vogelbecken wurde sandgestrahlt und bekam eine metallfarbene Lackierung. Erhalten blieb auch die Säule, die laut Diener aus dem Trümmerschutt der Nachkriegsjahre, eventuell sogar aus dem Clemens-Sels-Museum stammt.

Die Einweihung Im Juli 2010 wurde der Brunnen eingeweiht. Damit ging ein langer Planungsprozess zu Ende: Zwei Jahre dauerte es von der Idee bis zur Umsetzung.

(NGZ/ac)