Wie wir in Neuss leben Wohnungssuche mit Happy End

Neuss · Günstiger Wohnraum ist knapp - auch in Neuss. Und trotzdem gibt es sie manchmal eben doch: Die glücklich endenden Geschichten von der Suche nach der richtigen Wohnungssuche. Wie beim Ehepaar Quast und auchbei Amelia Abendroth.

Amalia Abendroth ist glücklich: "Jetzt habe ich endlich eine Wohnung, in der ich mich zu Hause fühle. Hätte ich mich doch bloß früher beim Bauverein gemeldet." Denn der Weg zu ihrer Zwei-Zimmer-Oase war lang und beschwerlich. Vor vier Jahren kam Amalia Abendroth aus Erfurt nach Neuss. "Ich hatte hier eine Stelle bekommen und mich riesig gefreut", erzählt die Ergotherapeutin. Doch so gut es ihr im neuen Job gefiel, so schwierig war die Wohnungssuche. "Ich fand zunächst nur ein 27-Quadratmeter-Appartement", erinnert sie sich, "mir war klar, dass ich dort nicht bleiben konnte. Es war viel zu klein."

Amalia Abendroth suchte eine Alternative und fand tatsächlich eine größere Wohnung. Aber das neue Nest im sechsten Stock wurde für Amalia Abendroth zum Alptraum. "Die Wohnung war miserabel isoliert: im Winter eiskalt und zugig, im Sommer unerträglich heiß. Und der Aufzug war ständig kaputt", erinnert sie sich. Sie kündigte. "Ich dachte, dass es mir in drei Monaten gelingen würde, etwas Neues zu finden." Das war im Juni. Doch die Suche war schwieriger als erwartet. "Viele Wohnungen waren überteuert oder unzumutbar."

Kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist bewarb sich Amalia Abendroth beim Neusser Bauverein. "Ich war verzweifelt. Große Hoffnungen machte ich mir nicht", sagt sie. Dann die Wende. "Ich bekam die Nachricht, dass ich mir eine Wohnung in Allerheiligen ansehen könnte", erzählt sie, "es war Liebe auf den ersten Blick!" Ganz knapp schaffte sie den Umzug. "Am 27. September musste ich meine Wohnung räumen. Am 25. September habe ich den Mietvertrag unterschrieben. Ich war völlig fertig. Aber überglücklich!" Noch heute kann sie ihr Glück kaum fassen. "Die Wohnung ist ein echter Traum", schwärmt sie, "tipptopp renoviert: ein wunderschönes Bad, eine tolle Küche, und ein Balkon - der ist das Größte. Ich liebe doch Pflanzen so sehr. Wenn ich hier sitze, sind alle Mühen und Plagen der letzten Jahre vergessen."

Auch Ruth Quast hat ein Herz für alles, was grünt und blüht. "Ich freue mich schon riesig aufs Frühjahr. Dann kann ich endlich unseren Garten gestalten." Seit Oktober wohnt die 76-Jährige mit ihrem Mann Dieter (75) an der Weberstraße. "Wir haben vorher in der zweiten Etage gewohnt", erzählt das Ehepaar, "aber man wird nicht jünger. Wir suchten eine Erdgeschosswohnung - und stellten fest, dass es gar nicht so leicht ist, eine zu finden. Wir haben ja auch keine Riesen-Rente." Schließlich bewarben sich die beiden beim Neusser Bauverein. "Bekannte von uns wohnen in einer Bauvereins-Wohnung. Sie rieten uns, es zu versuchen", erinnert sich Ruth Quast. "Es hat natürlich nicht sofort geklappt. Wir ließen uns auf die Warteliste setzen und mussten auch erst einen Wohnberechtigungsschein beantragen. Aber dann bekamen wir diese Wohnung angeboten: 60 Quadratmeter im Erdgeschoss mit Garten - mehr brauchen wir nicht zum Glück."

(NGZ)
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