1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Wohnen im Kamillus-Garten

Neuss : Wohnen im Kamillus-Garten

Der Neusser Bauverein kaufte das 10 000 Quadratmeter große Grundstück am Konrad-Adenauer-Ring. Er will dort hochwertige Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in Stadtvillen errichten. 50 Einheiten sind geplant.

Der erste Blick trügt offenbar. Innerstädtisch hütet Neuss doch mehr attraktive Grundstücke für den Wohnungsbau als zunächst vermutet. Stück für Stück rücken sie ins Blickfeld: Marianum-Gelände an der Preußenstraße, Finanzamt-Areal an der Schillerstraße, Musikschul-Komplex an der Lützowstraße – und nun der Kamillianer-Garten entlang des Konrad-Adenauer-Rings zwischen Görres-Schule und Glehner Weg. Dort sollen hochwertige Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen entstehen. Knapp 50 Einheiten werden es sein.

Investor ist der Neusser Bauverein. Vorstandsvorsitzender Frank Lubig informierte gestern Abend den Aufsichtsrat, dass der Kaufvertrag am Montag notariell beurkundet worden ist. Ein Jahr lang wurde verhandelt. Jetzt ist das Geschäft perfekt. Der Bauverein, ein fast 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Neuss, hat das rund 10 000 Quadratmeter große Gelände von der deutschen Ordensprovinz der Kamillianer mit Sitz in Essen erworben. Das bestätigte auf NGZ-Anfrage Pater Weber, der für den Orden die betriebswirtschaftlichen Aufgaben verantwortet: "Wir konnten unser Grundstück in die städtebaulichen Überlegungen der Stadt Neuss einbringen."

Das Grundstück, für das noch Baurecht geschaffen werden muss, wird begrenzt durch den Adenauer-Ring, die Görres-Schule, die Senioren-Wohnanlage "Park-Residenz" und grenzt im Norden an die Gärten der Häuser des Glehner Wegs. Die verkehrliche Erschließung soll über den Konrad-Adenauer-Ring erfolgen. Die in Neuss als Kamilluspark bekannte Grünfläche verbleibt im Eigentum des Ordens. Sie steht unter Landschaftsschutz und ist nicht Teil der aktuellen Baupläne. Vor Jahren hatte ein im Park geplanter Neubau heftige Proteste in der Bürgerschaft ausgelöst.

Einen Proteststurm erwartet Bauvereins-Chef Lubig dieses Mal nicht. Erste Reaktionen aus den Ratsfraktionen bestätigen ihn. CDU-Ratsherr Dirk Bongards, zu dessen Wahlkreis der Kamillus-Garten gehört, "begrüßt im Grundsatz" das Projekt. Peter Ott, planungspolitischer Sprecher der SPD und auch Bauverein-Aufsichtsrat, spricht von einer "gelungenen Sache". Grünen-Ratsherr Roland Kehl kennt die Planungen zwar noch nicht, sagt aber: "Hauptsache, der Park wird nicht tangiert."

Das neue Quartier plant der Neusser Architekt Horst Hanrath, der einen Baubeginn in einem Jahr anstrebt: "Das ist ein Filetgrundstück." Die Auffassung teilt er mit Frank Lubig: "Mit diesem Standort können wir auf die demografische Entwicklung und damit verbundene Nachfrage nach innenstadtnahem Wohnen reagieren."

(NGZ)