1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Südliche Furth: Wohnen im alten Chinesen-Viertel

Südliche Furth : Wohnen im alten Chinesen-Viertel

Im vergangenen Jahr feierte das Kolpingviertel sein Hundertjähriges. Eine gut sortierte Ausstellung zeigte mit historischen Archivbildern, aktuellen Fotografien und interessanten Hintergrundinformationen, wie sich der Bezirk entwickelt hat. Das Viertel zwischen Further-, Römer- und Fesserstraße heißt seit 1986 Kolpingviertel. Die Further sprachen früher aber vom "Chinesen-Viertel", weil dort Arbeiter, Vertriebene, kinderreiche Familien und sozial Schwache lebten – Menschen, die auf das Bürgertum exotisch wirkten.

Obwohl die ehemalige Arbeiterwohnsiedlung im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde, blieb sie als bauliches Ensemble weitgehend erhalten. In den 1970er Jahren verloren die Wohnungen an Attraktivität. Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft (GWG) war sich des hohen städtebaulichen Wertes des gewachsenen Wohnquartiers bewusst. Stadt Neuss und das Land NRW, von der Idee einer Komplett-Sanierung überzeugt, förderten das Vorhaben, dort tiefgreifend zu sanieren.

Foto: KLXM (Grafik)

Der GWG liegt das kleinteilige Gefüge mit dem Zusammenerhalt der Menschen am Herzen. Mit viel Liebe zum Detail wurde das historische Erscheinungsbild wieder hergestellt, alle Wohnungen erhielten neue Grundrisse. Die Innenhöfe wurden wohnlich gestaltet und Tiefgaragen gebaut. Allein zwischen 1980 und 1988 wurden 468 Wohnungen im Kern des Kolpingviertels saniert, aber noch bis 1993 modernisierte die GWG ihre Bestände in benachbarten Straßen. Zu denen, die gern im Kolpingviertel leben, gehört Horst Bischoff. Der Kinderliedermacher sagt: "Wir sind im positiven Sinne der Kiez von Neuss."

(NGZ)