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Wohlfühlmorgen der Malteser für Wohnungslose aus Neuss

Wohlfühlmorgen der Malteser für Wohnungslose aus Neuss : Ein paar Stunden Rundumversorgung für Bedürftige

Die Malteser organisierten einen Wohlfühlmorgen für Wohnungslose in der Stadt und gaben dabei auch warme Kleidung aus.

Sie kommen einzeln oder in Gruppen. Mal ist noch unsicheres Zögern zu spüren, in anderen Fällen geht es zielsicher durch die Tür – und nach der Begrüßung sofort an einen der vielen eingedeckten Tische. Für ein paar Stunden soll es ihnen richtig gut gehen, bei diesem vierten Wohlfühlmorgen für Wohnungslose. Die gastgebenden Malteser, die ein 25-köpfiges Helferteam mobilisieren konnten, haben mit Bewirtungen in den Räumen der Janusz-Korczak-Gesamtschule bereits einige Erfahrungen in der karitativen Arbeit erworben. „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“: Dieser Leitsatz des Malteser Hilfsdienstes gab für einen einen ganzen Vormittag die Richtung vor. Sponsoren haben kräftig mitgemacht.

Dafür war neben dem wärmenden Aufenthalt ein komplettes Paket geschnürt: Frühstück, warme Dusche, leise Musik, Zeitschriften, Frisör, Massagen, Fußpfleger, Kleiderkammer. Zeit genug war vorgesehen für Gespräche mit den Helfern der Malteser oder untereinander. Tim Gladis spricht von ihrem eh schon fordernden Alltagsdienst und erinnert sich: „Der Anfang im vorigen Jahr war schleppend. Da kamen nur wenige. Dann nahm die Gästezahl aber kräftig zu, und heute ist volles Haus eingeplant.“

Kurt Koenemann, Stadtbeauftragter der Malteser, hat erlebt, wie schwierig es war, „die Gäste herzubekommen“. Wenn sie dann aber einmal Platz genommen und die unterschiedlichen Angebote genutzt haben, dann löst sich ein Knoten, steigt die Stimmung und freuen sich auch die Malteser. Jutta Rosenbaum, neben Tim Gladis Mitorganisatorin, ordnet diese viermal jährlich stattfindenden Wohlfühltage ein. Diese haben ihren Platz neben der Tafel, den Cafés der Diakonie, den Obdachlosenunterkünften und Suppenküche. „Der Bedarf ist da – und wächst“, betont Rosenbaum.

Achim und Stefanie Robertz stehen als Ärzte mit Untersuchungen bereit – und für Grippeschutzimpfungen. In der Kleiderkammer gibt es Decken, Schlafsäcke und Kleidung. „Natürlich alles gratis“, bestätigt Nicole Hennen. Judith Tappermann weist im Untergeschoss Besucher an die richtige Stelle zur Körperpflege. Kurt Koenemann gibt sich abschließend grundsätzlich: „Niemand wird weggeschubst.“