1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Speck/Wehl/Helpenstein: Wo Vereine für den Zusammenhalt sorgen

Speck/Wehl/Helpenstein : Wo Vereine für den Zusammenhalt sorgen

Siegfried Klappa (50) ist in Speck-Wehl gleich in zweifacher Funktion aktiv: Er führt als Vorsitzender sowohl die Kirmesgesellschaft als auch die Dorfgemeinschaft.

Wie Klappa sind viele Einwohner gleich Mitglied in beiden Vereinen. Das Problem: Keine Gaststätte, kein Versammlungsmöglichkeit - es fehlt ein Treff. Dabei feiert das gesamte Dorf so wie gestern gern Karneval und Kirmes; zu Weihnachten wird einen Tannenbaum aufgestellt.

Das wichtigste Ziel setzen sich die Speck-Wehler selbst: Einmal jährlich eine Idee oder Aktion beisteuern, einmal jährlich an einer Aktion teilnehmen, einmal jährlich ein neues Mitglied werben. Natürlich wird auch eine eigene Kirmes gefeiert. „Ohne Uniformen, ohne Oberst und all die Schützenutensilien. Denn wir leiten unsere Kirmes von Kirchweih ab und nicht von einer Bürgerwehr“, so Klappa. „Und 2012 können wir das 175-jährige Bestehen der Kirmesgesellschaft feiern.“

Ähnlich wie der Unternehmensberater, der 1993 mit seiner Frau Martina und den Kindern Sarah und Julia in Speck gebaut hat, berichtet auch Martin Kluth (56) aus Helpenstein. Mit einem Unterschied: Mit der Gaststätte „Zum Fusseberg“ verfügt Helpenstein über einen Treff. Der Vorsitzende der Kirmesgesellschaft „Fidele Brüder“ ist auch ein Präsident über ein kleines Regiment von Marschierern ohne Uniform: „Wir haben nicht weniger Spaß als die uniformierten Schützen. Bei uns wird noch dörflich gefeiert.“ Doch Helpenstein hat wie Speck-Wehl noch eine weitere Besonderheit: Der König wird beim so genannten „Hahneköppen“ ermittelt: Wer einem an der Decke aufgehängten toten Hahn den Kopf abschlägt, ist Hahnenkönig.

Kluth ist ein Helpensteiner durch und durch - und nur einmal im Leben umgezogen. Vom Elternhaus Habernusstraße 16, in dem er geboren wurde, in sein Einfamilienhaus 16a nebenan. Dort wohnt er mit Ehefrau Gabi. Die er - wie kann es anders sein - auf einer Kirmes kennengelernt hat. Zum Haus gehört Sohn Andreas; Tochter Theresa hat schon ihr eigenes Leben. Mit seinen 35 Jahren Präsidentschaft der „Fidelen Brüder“ glaubt Kluth, der Dienstälteste im Rhein-Kreis zu sein. Doch es macht ihm immer noch Spaß: „Wir feiern eine unkomplizierte Kirmes und vieles ist eingespielt“, so der Bankkaufmann.