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Neuss: Wo man Vögel im Winter beobachten kann

Neuss : Wo man Vögel im Winter beobachten kann

Die vielen Gewässer rund um die Stadt und das milde Klima am Rhein locken zahlreiche Wintervögel nach Neuss – ein Überblick.

Die Temperaturen am Rhein sind für einen Januar bislang sehr moderat. Für Ornithologen sind die Wintermonate Hochsaison, weil viele Vogelarten jetzt in Neuss und der Region ihren Winterurlaub einlegen, für Spaziergänger bedeuten die für einen Jahresanfang so lauen Tage die Chance, die Vogelwelt zu erleben, ohne kalte Füße zu bekommen.

Auf der Museumsinsel Hombroich fühlen sich viele gefiederte Wintergäste Wohl. Krickente, Reiherente und Buchfink wurden dort schon gesichtet. Foto: woi (archiv)

Vogelkundler Jochen Dammer empfiehlt etwa einen Ausflug zum Neusser Hafen. Bei guter Sicht lassen sich dort seit einigen Jahren Kormorane beobachten, die sich dort als Wintergäste eingerichtet haben. Die milden Wintertemperaturen sind für diesen Vogel genau richtig. "Es ist ein schönes Bild, wenn die Tiere am Hafen sitzen, und zum Trocknen ihre Flügel ausbreiten", sagt Demmer. Zu sehen sind die Kormorane bis in die Frühlingstage, von März bis April fliegen sie zurück in ihre Brutgebieten an der Küste.

In Neuss gilt auch die Insel Hombroich vielen Vögeln im Winter als eine Heimat, etwa der Krickente, die sich durch ihren leuchtend kastanienbraunen Kopf auszeichnet, oder der schwarz-weiß gefiederten Reiherente. In der Rheinaue oder dem Jröne Meerke lässt sich der Silberreiher beobachten – ein weiterer, nicht seltener Wintergast.

Kaum zu sehen und in den vergangenen Jahren nur selten in Neuss beobachtet ist die Schellente, die etwa am Blankenwasser schonmal einen Stopp einlegt. Auch die Schnatterente wird nur in absoluten Einzelfällen gesichtet, etwa am Sporthafen. "Der Sporthafen ist für Vogelkundler aber immer einen Ausflug wert", meint Jochen Dammer. Denn dort hat der Vogelkundler ein Pärchen Mandarinenten ausgemacht, dass im Hafenbecken brütet. Das bunte Federkleid der Vögel bringt Demmer zum Schwärmen. "Vögel zu beobachten, ist das schönste Hobby von allen", meint der 82-Jährige.

Einen Trend beobachten Vogelkundler bereits seit längerem: Dass viele Zugvögel das ganze Jahr über in ihrer Heimat bleiben, im Winter wie im Sommer. Zum Beispiel viele Gänse, die, statt gen Süden zu ziehen, einfach in ihrer Neusser Heimat bleiben. "Amsel, Drossel, Fink und Star sind schon lange keine echten Zugvögel mehr", sagt Ingeborg Arndt, Vorsitzende der Kreisgruppe Neuss der Naturschutzorganisation Bund. Die Naturfreundin geht vor allem in Wintertagen gern im Stadtgarten spazieren, um dort die Vogelwelt zu genießen. Winters wie Sommers etwa die farbenfrohen Halsbandsittiche, die zum Beispiel am Blutturm zu entdecken sind.

Nicht alle Wintergäste leben an Flüssen und Seen. Hin und wieder können Gartenbesitzer im Winter den Bergfink beobachten. Er ist quasi der skandinavische Cousin des Buchfinks und leicht am rötlichen Gefieder erkennbar. Ebenfalls in Neusser Gärten ist im Winter die weiße Schwanzmeise zu sehen, die auch auf der Insel Hombroich schon gesichtet worden ist.

Eine Frage, die Naturschützer im Winter immer wieder gestellt wird, ist die Frage nach dem Futter für die Tiere. "Solange der Boden nicht gefroren ist, haben die Tiere reichlich Nahrung", stellt Ingeborg Arndt klar.

(NGZ)