Neuss: Witzig, nicht kitschig: Die Opossum Nikolaus-Show

Neuss : Witzig, nicht kitschig: Die Opossum Nikolaus-Show

Das Theater am Schlachthof präsentiert in seiner 21. Ausgabe eine verrückte Weihnachtselfen-Version von "Hangover".

Wie kommt der Eisbär ins Bad? Warum nur tun ihre Köpfe so weh? Und wo um alles in der Welt ist der Weihnachtsmann? Nur eine kleine Party nach getaner Arbeit haben sich die Weihnachtselfen erlaubt, am Abend vor dem großen Geschenkerausch, und schon ist das Chaos perfekt: Eine riesige Strafe sollen sie zahlen, weil Rentier Rudolf mitsamt Schlitten vor dem Hotel randaliert hat. Die schmerzenden Elfenköpfe sind offenbar nicht nur ein Ergebnis der fröhlichen Loopings, bei denen sie am Vorabend aus dem Schlitten gepurzelt sind, sondern vor allem eine Folge der kleinen Wunderdroge, die einer von ihnen heimlich in ihre Getränke gemischt hat. Und die Suche nach dem Weihnachtsmann scheint schier aussichtslos, da hilft auch nicht der Videoanruf vom Nordpol, bei dem die Weihnachtsfrau ihnen mächtig Druck macht.

Zum 21. Mal präsentiert das Theater am Schlachthof in diesem Jahr die Opossum Nikolaus-Show. Und so lustig, unterhaltsam, kritisch diese wundervolle Gelegenheit zum Ausspannen, Luftholen und Innehalten im Vorweihnachtsstress auch seit jeher ist, so schafft es diese ausgereifte 21. Ausgabe dennoch, alle zu toppen. Gefühlvoll, ohne Kitsch, witzig, nie ohne Biss, wunderschön und federleicht ist die Mischung aus bewährten alten und neuen Elementen, die Sven Post, Regisseur und Schauspieler zusammengestellt hat. Dabei ist es das Geheimnis seines begnadeten Humors, dass seine Gags und Geschichten bei aller Ausgelassenheit nie in den Klamauk kippen und dass der Schatten, der ihnen Dimension gibt, die Weisheit und nie der Zynismus ist. Einfach schöne Videoeinblendungen, filigran animiert, witzig, originell, von Post selbst geschaffen, verbinden diese Rahmenhandlung und Weihnachtselfen-Version von "Hangover", dazwischen sind Fabienne Spickermann, Sven Tillmann, Alin Iwan und Svenja Zultner rundum perfekt als ratlose Elfen auf der Suche nach ihrem Chef und zeigen mitreißend, fröhlich, überzeugend Gameshow-Parodien, kommunikationsfreie Phubber beim Baumkauf oder die "schlimme Geschichte", die damals im Elfenpark bei der Winterwunderlandfahrt geschah. Neue Raps über gespeicherte Daten und NSA ("Nikolaus sieht alles") und Klassiker wie das Teelicht auf dem Schrank runden die Wohlfühlshow ab, an deren Ende der Weihnachtsmann denn doch noch auftaucht.

(KaTze)
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