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Neuss: Wirbel um Fragebogen zum Norfer Lessingplatz

Neuss : Wirbel um Fragebogen zum Norfer Lessingplatz

Montagnachmittag fand Stefan Schausten ein Schreiben auf seinem Fax-Gerät, das den Architekten sehr irritierte. Bis Donnerstag, so teilte ihm das Planungsamt mit, sollte er Unterlagen für das Neubauprojekt eines Lebensmittelmarktes am Norfer Lessingplatz vorlegen.

Zu 17 Punkten verlangte die Verwaltung von dem Planer, der für den Düsseldorfer Projektentwickler Cobau Consultans tätig ist, Auskunft. "Wir fühlen uns in die Enge getrieben", sagt er. Und der Stadt schrieb er zurück: "Wir haben den Eindruck, dass die von Ihnen gesetzten Fristen bewusst so gesetzt sind, dass eine vernünftige Abarbeitung der Punkte unmöglich gemacht werden soll."

Gestern Nachmittag ruderte die Verwaltung zurück. Das Schreiben sei irrtümlich versandt worden, ließ Planungsdezernent Stefan Pfitzer auf NGZ-Anfrage von der Münchner Immobilienmesse Expo Real, wo er sich auch mit Cobau-Geschäftsführer Ulrich Elberskirch traf, ausrichten. Der Inhalt entspreche auch nicht den Vereinbarungen der Arbeitsgruppe Lebensmittelmarkt/Kindertagesstätte, die verwaltungsintern gebildet wurde. Das Schreiben vom Montag wurde noch gestern förmlich zurückgezogen.

In der Politik wurde dieses Hin nd Her irritiert beobachtet. "Ich habe den Eindruck, dass die Verwaltung einen anderen Investor bevorzugt", formuliert CDU-Ratsherr Thomas Kracke. Und Michael Klinkicht (Grüne) wird deutlicher, spricht von "Inszenierung" durch die Verwaltung und davon, dass Cobau scheinbar verhindert werden soll.

Fakt ist, dass sich in einer Sondersitzung des Bezirksausschusses Norf, bei dem drei potentielle Investoren ihre Konzepte vorstellten, die Mehrheit im Sinne des Cobau-Konzept aussprachen. Im Verfahren ist aber auch noch der Norfer Projektentwickler Alpha, der etwas größer plant und sich mit der Lebensmittelkette Rewe als Partner beworben hat. Rewe, so teilte Elberskirch inzwischen mit, würde auch mit Cobau kooperieren.

(NGZ)